Bedarf besteht über kurz oder lang vor allem an neuen Bussen und Straßenbahnen, sagt Hartmut Huwe, SVF-Geschäftsbereichsleiter Technik. Nicht zuletzt, weil ab 2022 im ÖPNV komplette Barrierefreiheit herrschen muss: mit Frankfurts Tatra-Bahnen nicht zu machen, wie Michael Ebermann betont. "Da hilft keine Rampe, da hilft nichts, da kann man eigentlich nur in neue Fahrzeuge investieren." Vorgesehen sei nun ein schrittweises Vorgehen: 15 neue Straßenbahnen (18 aus dem Frankfurter Bestand sind Tatra-Bahnen) will die SVF kaufen - und das im Verbund mit den Straßenbahnunternehmen in Brandenburg/Havel, Schöneiche und Cottbus. "Das ist schon ein Unterschied, ob man fünf, 15 oder 30 neue Fahrzeuge beschafft", macht Hartmut Huwe deutlich, dass die SVF sich auf diese Weise Einsparpotenzial erhofft. Denn schon jetzt sei klar, dass die Finanzierung der neuen Bahnen schwierig werden wird. "Aber wenn wir Barrierefreiheit wollen, kommen wir um den Neukauf nicht herum."
Auch Frankfurts grüne Erdgasbusse seien in die Jahre gekommen und vom nächsten Jahr an sei die sukzessive Neuanschaffung vorgesehen. Mehr als 500 000 Kilometer seien die Busse jetzt gelaufen, da summierten sich mit der Zeit die Reparaturkosten. Den Instandhaltungsbedarf für Frankfurts ÖPNV beziffert Huwe auf derzeit 27 bis 28 Millionen Euro und hebt hervor: "Da muss man auch dranbleiben, sonst entsteht ein Rückstau."
Für den zuständigen Beigeordneten Markus Derling (CDU) ist es keine Frage, dass in den Nahverkehr investiert werden muss, des Klima- und Lärmschutzes wegen, aber auch, weil es immer mehr ältere Frankfurter gibt. Und er sieht noch Nachholbedarf. Von den Wegen, die innerhalb Frankfurts zurückgelegt werden, werde die Hälfte mit Autos erledigtund nur 20 Prozent mit Bus und Bahn. Dabei meldet die SVF seit zehn Jahren stabile Fahrgastzahlen von 10,5 bis elf Millionen Passagieren pro Jahr, obwohl die Einwohnerzahl sinkt.