Fünf Wochen lang wird die August-Bebel-Straße zwischen Rathenaustraße und Immenweg zur Großbaustelle. Rund 290 Meter Bogengleise müssen erneuert werden, wie Hartmut Huwe, Leiter des Geschäftsbereichs Technik bei der Stadtverkehrsgesellschaft (SVF), ankündigt. Die Anlagen seien so verschlissen, dass die Bahnen dort nur noch mit gedrosseltem Tempo fahren könnten; hinzu kämen Mängel bei der Schienenentwässerung – dadurch würden die für die Stabilität wichtigen Tragschichten beschädigt. Die SVF will jetzt Nägel mit Köpfen machen und sowohl die Gleise als auch deren Unterbau erneuern. Anstelle von Gleisplatten wird, wie schon anderswo in Frankfurt, Gussasphalt verbaut, so dass es sich auch mit dem Auto besser auf dieser ?Strecke fahren lässt. Zugleich verspricht Huwe eine Lärmreduzierung für die Anwohner, auch, weil die Schienen elastisch in sogenannten Phönix-Profilen gelagert werden.
Dabei weiß man bei der SVF, dass den Anwohnern zunächst einige Geduld und Verständnis abverlangt werden. „Wir bitten dafür um Verständnis, sind aber gezwungen, diese Baumaßnahme jetzt auszuführen“, sagt Hartmut Huwe. Zugleich sichert er den Anwohnern Entgegenkommen zu. Es sei auch mit der Baufirma abgesprochen, dass die Belastungen möglichst gering gehalten werden.
Aus diesem Grund hat man sich auch dazu entschlossen, den Anliegerverkehr an der Baustelle vorbeizuführen. Zur Verkehrsregelung wird eine mobile Ampel aufgestellt. Für alle anderen Verkehrsteilnehmer heißt es, eine Umleitung zu nehmen. Umgeleitet wird der Verkehr aus Richtung Westkreuz über Birnbaumsmühle und Klingetal zur Rathenaustraße beziehungsweise weiter über die Kieler Straße, Karl-Liebknecht-Straße zur August-Bebel-Straße. Die Umleitung in Richtung Westkreuz führt über die August-Bebel-Straße, Karl-Liebknecht-Straße, Kieler Straße und Klingetal zur Rathenaustraße bzw. zur Birnbaumsmühle und schließlich zur August-Bebel-Straße. Fahrgäste der SVF können den Schienenersatzverkehr nutzen: Die Straßenbahnlinie 2 vom Messegelände zur Europa-Universität wird durch einen Bus ersetzt. Montags bis freitags fährt er zwischen 6.30und 17.30 Uhr endet jede dritte beziehungsweise zweite Fahrt an der Haltestelle Gerhart-Hauptmann-Straße. Die Linie 5 fährt ersatzweise zwischen Neuberesinchen und Europa-Universität.
Rund 944 000 Euro werden in die Bauarbeiten investiert, davon sind der SVF zufolge?666 000 Euro Fördermittel.
Hartmut Huwe geht davon aus, dass die Arbeiten planmäßig am 26. September abgeschlossen, noch bevor an der Europa-Universität das Wintersemester beginnt. Die Baufirma habe zugesichert, dass der Termin zu halten sei. Indes gibt es bei der SVF bereits die nächsten Planungen für Schienenersatzverkehr: Zwischen 29. September und 10. Oktober soll der Bahnhofstunnel gesperrt werden. Anlass sind Arbeiten der Deutschen Bahn.