Am Ende war es Formsache: Auf ihrer Mitgliederversammlung am Donnerstag im Neubau am Stadion hat die Frankfurter CDU Markus Derling offiziell als Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl am 4. März 2018 nominiert. 30 Unionsmitglieder stimmten für den Beigeordneten. Demgegenüber standen zwei Gegenstimmen und eine Enthaltung.
Bereits im Juni hatte der Kreisvorstand der Partei Derling als Kandidaten vorgeschlagen. Am Donnerstag warb er um das Vertrauen der Basis. "Mein Ziel ist es, Frankfurt als idealen Lebensort im Land Brandenburg zu etablieren", sagte er in seiner Vorstellungsrede. "Hier lebt es sich gut und im Vergleich zu anderen Regionen preiswert. Hier findet man berufliche Perspektiven, aber man hat auch die Job-Chancen von Berlin erreichbar vor der Tür. Hier gibt es eine gute Dienstleistungsinfrastruktur, eine anspruchsvolle Kultur auch in Zukunft und einen intakten und spannenden Naturraum. Aber es gibt auch noch genügend Freiräume und Platz für Kreativität und individuelles Ausprobieren gerade junger Leute", erklärte der 53-Jährige.
Mit klaren Worten sprach sich auch Ulrich Junghanns, Fraktionsvorsitzender der CDU in der Stadtverordnetenversammlung, für Derling aus: Er bringe den nötigen Sachverstand und das Durchsetzungsvermögen mit, handele im Interesse der Bürger und nehme nicht immer nun das Negative in den Blick, sondern schaue nach vorne.
Für Markus Derling ist es bereits die zweite Oberbürgermeisterwahl in seiner politischen Laufbahn. 2002 schaffte er es in Cottbus in die Stichwahl, unterlag dort jedoch (der vier Jahre später per Bürgerentscheid abgewählten) Karin Rätzel. Kurz darauf zog es ihn nach Frankfurt, wo er zunächst Kämmerer in der Stadtverwaltung war. Seit 2010 ist Markus Derling Dezernent für Stadtentwicklung, Bauen, Umweltschutz und Kultur.
Zu seinen Kontrahenten bei der Wahl zählen unter anderem der amtierende Oberbürgermeister Martin Wilke (parteilos), Sozial- und Bildungsdezernent Jens-Marcel Ullrich (SPD) sowie der Frankfurter Linken-Landtagsabgeordnete René Wilke, der auch von den Grünen unterstützt wird. Die rechtspopulistische AfD will bis zum Fristablauf am 28. Dezember einen eigenen Kandidaten aufstellen, die FDP einen der Bewerber unterstützen - wen, das ist noch unklar. Eine mögliche Stichwahl ist für den 18. März vorgesehen.