Am Tag nach der Stichwahl um das Amt des Oberbürgermeisters gab es für René Wilke (Linke) Glückwünsche für den Wahlsieg. Und viele zollten dem amtierenden OB Martin Wilke (parteilos) Respekt für seine Arbeit in den zurückliegenden acht Jahren.
CDU-Fraktionschef Ulrich Junghanns wünscht dem designierten OB René Wilke Gesundheit, Kraft und Ideen für die Stadt. Mit dem Wahlergebnis seien die unterschiedlichen Positionen zwischen CDU und Linke für ihn nicht aufgehoben worden. „Die Bühne der Auseinandersetzung ist künftig wieder in der Stadtverordnetenversammlung“, betont er. Er kündigt an, dass sich die CDU dort pragmatisch und gründlich mit linken Positionen auseinandersetzen werde und zur konstruktiven Zusammenarbeit bereit sei. „Was für eine gedeihliche Entwicklung der Stadt gut ist, werden wir unterstützen“, sagt er.
Jens-Marcel Ullrich, SPD-Unterbezirksvorsitzender, wünscht René Wilke eine glückliche Hand. Er zollt ihm und dem amtierenden OB Martin Wilke Respekt, wie sie beide am Wahlabend miteinander umgegangen sind. Dies sei ein gutes Beispiel, wie respektvoll man  auch miteinander umgehen sollte. „Die Stadt hat Martin Wilke viel zu verdanken. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen wurde in den acht Jahren seiner Amtszeit viel erreicht“, betont er. Der Sozial-Beigeordnete Ullrich, der im ersten Wahlgang ausgeschieden war, zeigt sich besorgt angesichts der im Wahlkampf von beiden Lagern geführten Debatte, die seiner Meinung nach teilweise „unter der Gürtellinie“ gewesen sei. „Jetzt muss es wieder darum gehen, stabile Mehrheiten für gemeinsame Ziele in der Stadtverordnetenversammlung zu erreichen“, sagt Ullrich. Der FDP-Kreisvorsitzende Wolfgang Mücke sichert René Wilke eine konstruktive Zusammenarbeit seitens der Liberalen zu. Er hoffe, dass der neue Oberbürgermeister den Vorschlag des alten aufgreife und umsetze, ein neues Dezernat 1 mit beispielsweise Wirtschaftsförderung, Betreuungssteuerung und Controlling zu bilden.
Alena Karaschinski, Sprecherin des Grünen-Kreisverbandes,  betont, dass René Wilke als links-grüner OB-Kandidat mit einer klaren Vision für die Stadt angetreten sei, mit überzeugenden Zielen und Inhalten und einem Politikstil, der einen Kulturwechsel darstellt. „Er ist von vielen Frankfurtern fern des linken und grünen Wählerspektrums gewählt worden, weil er als Persönlichkeit genau damit überzeugte“, heißt es in einer Erklärung.
AfD-Fraktionschef Wilko Möller wertet es als gute Nachricht, dass mit Martin Wilke nun die „ganze desolate Verwaltungsspitze für Filz, Inkompetenz, Führungsschwäche abgestraft“ worden sei. Die schlechte Nachricht für Frankfurt sei,  dass  René Wilke für Frankfurt die „Konservierung des Sozialismus“ bedeute. „Dieser Mann steht für Nichts“, schreibt er. Möller macht René Wilke für die desolate Haushaltslage der Stadt mit verantwortlich. So habe René Wilke, obwohl in der Kooperationsvereinbarung zwischen den Fraktionen 2010 vereinbart, auch unterschrieben, die Gewerbesteuer-Hebesätze nicht zu erhöhen. „Trotzdem wurde weiter auf 400 Prozent erhöht. Wo hat er eingegriffen?“, fragt Möller.
Viadrina-Präsident Prof. Stephan Kudert dankt Martin Wilke für die „sehr gute und und konstruktive Zusammenarbeit zwischen Stadt und Universität“. Ausdruck dessen sei  die Schaffung des Coworking Spaces im Auditorium Maximum-Gebäude, den das Land mit acht Millionen Euro unterstützt.
Der Vorsitzende des Allgemeinen Studentischen Ausschusses (AStA)  Sebastian Pape hebt hervor, dass René Wilke nicht nur eine Aufbruchstimmung in der Stadt kreiert habe, sondern auch für eine neue Art der Kommunikation und des Umgangs miteinander stehe. Martin Wilke dankte er für die gute Zusammenarbeit. „In den letzten Jahren hat er viel für die positive Entwicklung der Stadt getan, nicht zuletzt mit der Unterstützung der Zieh-nach-Frankfurt-Kampagne und seinem Einsatz im Rechtsstreit um die Sondernutzungsgebühr“, heißt es in einer Erklärung.
AStA-Referent Georg Gauger verweist auf den Notstand in der Kämmerei. Der AStA werde gerne dabei unterstützen, Studierende für die Mithilfe im Rathaus zu gewinnen. Als Geschenk überreichte Georg Gauger René Wilke ein Exemplar „Rechnungswesen leicht gemacht“ von Interims-Präsident Prof. Stephan Kudert. In der Widmung wies Gauger darauf hin, dass „1/3 aller Viadrina Studis dieses Buch in und auswendig können“ und erklärt die Bereitschaft der Stadt bei der Werbung von Werksstudierenden zu unterstützen.