Cathleen Meier hatte nicht mit diesem guten Resultat gerechnet, nachdem sie erst Ende April Mama geworden ist. Ziemlich genau wie geschätzt, war die 29-Jährige 20 Sekunden langsamer als bei ihrem vierten Sieg vor einem Jahr. Sie benötigte 3:43,94 Minuten für den 150 Meter flachen Teil und die  511 Stufen bis zur 24. Etage des Oderturmes hinauf. Erstmals siegte die Ukrainerin Jana Kulikova, die 3:41,77 benötigte. "Ich bin besser durchgelaufen als vor zwei Jahren, aber ich war ein bisschen müde, da ich vor einer Woche in Portugal einen sehr bergigen Cross über die Marathondistanz gelaufen bin", erzählt die Dritte von 2017, die in Slubice lebt. Hinter ihr wurde Lena Gabbert aus Frankfurt Dritte (3:53,51).
Ihr Mann hat zum elften Mal den Wettbewerb gewonnen. Verschmitzt sagt Johannes Gabbert: "Ich suche auch nicht nach Konkurrenten." Dass er mit 2:36 über Jahre hinweg etwa gleichbleibende Siegerzeiten erreicht, ohne speziell zu trainieren, dafür sieht der 30-Jährige einen Grund: "Ich habe den Lauf intus und mein Timing funktioniert." Um das zu kontrollieren, lief er im einzigen Training fast 100 Prozent. Seine Taktik: "Ich laufe die flache Strecke sehr zügig, nehme im Treppenhaus einen Gang raus und nur zwei Stufen auf einmal, damit ich gleichmäßig durchlaufe."
Teil der Treppenlaufserie
Regelmäßiger Treppenläufer ist Jan Fiebig aus Radebeul, der mit 3:01,09 Dritter hinter dem Berliner Siegfried Flor (2:59,03) wurde. Beide waren in den Vorjahren ebenfalls vorn platziert. Sie eint, dass sie mit anderen Aktiven deshalb nach Frankfurt kommen, weil der Wettbewerb zum vierten Mal Teil der Deutschen Treppenlaufserie des Towerrunning Germany e.V. ist. "Das Treppenhaus läuft sich gut für mich, die Steigung ist nicht so steil, man kann sehr flüssig laufen", sagt Fiebig. In seinem besten Jahr 2016 war er Dritter der Gesamtwertung geworden. 18 Läufe umfasst die diesjährige Serie, an fünf möchte der 38-Jährige teilnehmen, um in die Wertung zu kommen, möglichst unter die Top Acht.
Steffen Stegemann erlebte dagegen sein Debüt als Treppenläufer. "Ich mache mit, weil es was Außergewöhnliches ist. Ab der 16. Etage habe ich keine Luft mehr bekommen", staunt verschwitzt der Brieskow-Finkenheerder (34.), der ansonsten viele Marathonläufe bestreitet. Jetzt ist der 49-Jährige erst mal neugierig auf eine kürzere Distanz und will beim Lauf ohne Grenzen, dem Drittelmarathon zwischen Slubice und Frankfurt, am 12. Juli teilnehmen.