Als Basis für die Rangliste dienen  Erfahrungsberichte aus den vergangenen Jahren. 322 Wertungen waren bis Ende 2017 über die Viadrina eingegangen, eingeschrieben sind derzeit rund 6000 Studierende. Die Befragten gaben im Schnitt 3,9 von fünf möglichen Sternen für ihr Studium an den drei Fakultäten. 99 Prozent empfahlen ein Studium an der Europa-Universität weiter.
„Wir sind sehr stolz auf dieses Ergebnis und danken unseren Studierenden für dieses tolle Feedback“, teilt Janine Nuyken, Vizepräsidentin der Europa-Universität, auf Nachfrage mit. Für die Viadrina sei es ein Kernziel, den Studierenden bestmögliche Studienbedingungen zu bieten, erklärt sie weiter. Gute Betreuung und Unterstützung im Studium seien den Verantwortlichen ebenso wichtig wie ein fachlich exzellentes Angebot. „Außerdem begegnen wir den Studierenden grundsätzlich auf Augenhöhe und sind dankbar für das große Engagement, das sie ihrerseits mitbringen.“ Aus der Sicht der Vizepräsidentin sei das der Kern dessen, was die Viadrina bei ihren Studierenden so beliebt mache.
Um die Auszeichnung „Top Universität 2018“ zu erhalten, muss eine Einrichtung in den Top 10 vertreten sein, im Kalenderjahr 2017 mindestens 50 Bewertungen erhalten haben, eine Sternebewertung von 3,75 oder höher erreichen und von mindestens 90 Prozent der Studierenden weiterempfohlen werden. Im vergangenen Jahr hatte es die Europa-Universität schon auf den zweiten Rang geschafft. Nun gab es also den ersehnten Titel „Beliebteste Universität Deutschlands“. Solche Rankings gehören zu einer wichtigen Entscheidungsgrundlage für künftige Studierende, wenn sie sich etwa aus der Ferne für eine Hochschule interessieren.
Janine Nuyken erklärt sich den Erfolg damit, dass die Uni in den vergangenen Jahren konzentriert in die Qualitätssicherung der Studienprogramme investiert habe. „Außerdem haben wir sehr gezielt daran gearbeitet, Baustellen, auf die die Studierenden uns konstruktiv hinweisen, zu schließen.“ Als Beispiele nennt sie die Verbesserung der WLAN-Versorgung auf dem Campus oder das Coworkingspace-Projekt in der Alten Mensa, das den Studierenden die Lern- und Arbeitsräume auf dem Campus bieten wird, die sie brauchen.
Mit einem Endergebnis von 8,88 sticht die Frankfurter Viadrina die Nächstplatzierten in Hohenheim (8,66), Jena (8,58) und Mannheim (8,53) aus. Sie ist die einzige Brandenburger Universität, die es in die Rangliste geschafft hat; keine der Berliner Einrichtungen ist vertreten.
Die meisten und besten Bewertungen der Viadrina-Studierenden entfallen auf Fächer der Wirtschaftswissenschaften. Ausreißer nach unten sind hingegen Studiengänge wie Interkulturelle Kommunikation und der Master in Deutschem und Polnischem Recht. Neben der Punktzahl sind meist auch detailliert ausformulierte Bewertungen zum jeweiligen Studium abrufbar.

Kommentar: Gut für das Image


Die Viadrina muss sich wie alle Hochschulen jenseits der Metropolen strecken, um künftig Studierende anzulocken. Das kann sie mit ihrer Lage, mit besonderen Kooperationen und Studiengängen und vielleicht künftig auch mit einem tollen Coworkingspace.

Doch was nutzen die besten Studienbedingungen, wenn sie keiner kennt? Oder noch schlimmer, wenn sie von einem (ungerechtfertigt) tristen Image der Universitätsstadt oder dem Ruf überlagert werden, hier studieren die Berliner, deren Abi-Note nicht für eine Hauptstadt-Uni reicht? Deshalb ist die Platzierung in Ranglisten wichtig. Die Reaktionen im Internet sprechen Bände, Studierende teilen das Ergebnis hundertfach, um ihren Freunden zu beweisen, an was für einer tollen Hochschule sie lernen.

Ausruhen darf man sich darauf freilich nicht. Denn wer aufgrund einer solchen Bewertung hierher kommt und dann enttäuscht wird, wird darüber nicht schweigen. Das Ergebnis wirbt für die hervorragende Universität. Zu einer solchen wird die Viadrina aber erst durch die Arbeit vor Ort. Frauke Adesiyan