Im ganzen Land steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen seit Tagen wieder deutlich an, auch in Frankfurt (Oder). Am Donnerstag (08.10.2020) meldete das Gesundheitsamt drei weitere laborbestätigte Sars-CoV-2-Fälle. Bereits am Vortag hatte es drei neue Infektionen gegeben. Zudem hat sich die Anzahl der Quarantänefälle seit Dienstag um 50 erhöht. 71 Frankfurter befinden sich in häuslicher Isolation.
Von einer Einstufung als Corona-Risikogebiet ist die Stadt mit neun Neuinfektionen in den letzten sieben Tagen trotzdem noch deutlich entfernt. Auf die Einwohnerzahl gerechnet liegt die Grenze dafür in Frankfurt (Oder) bei 29 Corona-Fällen binnen einer Woche.

Alle Klienten der betroffenen Pflegekräfte werden getestet

Trotzdem wächst in Frankfurt angesichts von insgesamt zwölf aktiven Fällen die Sorge vor einem größeren Corona-Ausbruch. Auch deshalb, weil am Donnerstag mehrere Infektionen bei Beschäftigten eines ambulanten Pflegedienstes bekannt wurden, aus der auch eine Vielzahl der neuen Quarantänefälle resultiert. Die Stadt und die AWO bestätigten, dass vier Beschäftigte der AWO-Sozialstation positiv auf Corona getestet worden seien.
Anja Preuß, Bereichsleiterin beim AWO-Bezirksverband, berichtete, dass alle Klienten, die Kontakt mit den betroffenen Mitarbeitern hatten, derzeit getestet werden – bislang habe es keine weiteren Corona-Fälle gegeben. „Es geht allen gut, wir können auch die Versorgung unserer Klienten sicherstellen“, so Anja Preuß.

Krisenstab tagt erstmals wieder in großer Runde

Nach Informationen von Oberbürgermeister René Wilke hätten sich die AWO-Beschäftigten bei ihrer Arbeit vorbildlich an die Hygienevorschriften gehalten und unter anderem FFP2-Schutzmasken getragen. „Wir gehen deshalb davon aus, dass das Infektionsgeschehen in den Griff zu bekommen ist.“
Für Freitag hat René Wilke dennoch erstmals seit langer Zeit wieder den großen Corona-Krisenstab der Stadtverwaltung einberufen. Den Sommer über hatte es angesichts stagnierender Fallzahlen lediglich kleinere Informationsrunden zum Infektionsgeschehen gegeben.
„Die allermeisten Frankfurter verhalten sich weiterhin sehr rücksichtsvoll. Zugleich gibt es aber auch in unserer Stadt immer mehr Menschen, die ein hohes Maß an Fahrlässigkeit an den Tag legen. Das macht mir große Sorge“, so der OB. Auch wenn die Verwaltung weiter auf Einsicht setze, werde künftig dort, wo es wiederholt zu Verstößen gegen Corona-Regeln kommt, härter durchgegriffen, kündigte Wilke an.

Corona-Patienten Nummer 10 und 11 am Klinikum

Unterdessen steigt auch am Klinikum die Zahl der Corona-Patienten, wenn auch auf niedrigem Niveau. Aktuell befinden sich zwei Betroffene auf der Intensivstation, davon müsse einer künstlich beatmet werden. Es sind erst die Covid-19-Patienten Nummer 10 und 11 seit Beginn der Pandemie am Klinikum Frankfurt.
Angesichts steigender Fallzahlen in ganz Ostbrandenburg und größeren Infektionsclustern an den Krankenhäusern in Bad Saarow und Cottbus gelten auch am Klinikum in Markendorf inzwischen wieder verschärfte Besuchsregelungen. „In der Zeit von 16-18 Uhr kann jeder Patient täglich einen Besucher für eine Stunde empfangen“, erklärt Sprecherin Kati Brand. Besucher müssten sich vorher telefonisch auf der jeweiligen Station anmelden und einen Besucherfragebogen ausfüllen.

Klinikum beauftragt Wachschutz für Haupteingang

„Leider stellen wir fest, dass die neuen Besuchszeiten sowie Anmeldeformalitäten von einigen Besuchern nicht respektiert werden“, berichtet Kati Brand. Daher habe man sich entschieden, einen Wachschutz zu beauftragen. „Am Haupteingang des Klinikums kann es hierdurch zu längeren Wartezeiten kommen.“