Um kurz vor 17 Uhr fiel die Anspannung von Sonja Gudlowski langsam ab. Die Regenwolken auf der Wetter-App ihres Mannes Peter entschieden sich, weiterzuziehen. Der Himmel riss auf. Die Parknacht konnte beginnen. „Genießen sie es einfach“, meinte die Mitbegründerin der Initiative für den Lennépark, in dem sich im Laufe des Abends immer mehr Spaziergänger einfanden.
Sie erlebten ein unaufgeregtes, entspanntes Innenstadtfest. Mit viel Kultur und Zeit zum Plaudern. An den Wegen und auf den Wiesen spielten Bands wie High Spirit oder Self Control. Ein Kinderkarussell drehte gemütlich seine Runden. Akteure vom Theater des Lachens streiften mit wörtlich genommenen Windhosen in Übergröße durch das Grün. Und an der Schmeißereiche machten es sich Besucher auf Liegestühlen gemütlich.
Dozenten und Schüler der Kleist-Musikschule bespielten den Großteil des Abends die Hauptbühne. Darunter Schulleiter Christian Seibert selbst, der auf dem Klavier unter anderem Antonio Vivaldis und später Astor Piazzollas Vier Jahreszeiten spielte. Als musikalischer Partner der Parknacht feierte die Einrichtung ihr fünfjähriges Bestehen. Rund 200 Schüler lernen hier inzwischen in 17 Fächern – von  Klavier über Querflöte bis Gesang. „Das hat sich stetig und gut entwickelt. Wir haben unser eigenes Profil und ein sehr gutes Miteinander der Mitarbeiter“, sagt Seibert. Das hörte man auch, wie etwa in der Kombination Heike Matzer, Søren Gundermann und Herrmann Naehring. Das Trio lieferte gleich zu Beginn mit „Summertime, and the living is easy“ von Ella Fitzgerald den passenden Soundtrack zum Sommerausklang im Lennépark.
Doch der Lennépark klingt nicht nur gut. Er schmeckt auch toll. Dank Jürgen Ulrich. Der Imker stellte zur Lindenblüte im Juni seine vier Bienenvölker auf das Dach der Lennépassagen. Die je 40 000 bis 60 000 Bienen pro Volk schwärmten aus. Heraus kam leckerer Sommerhonig, den Jürgen Ulrich zur Parknacht an viele interessierte Besucher verkaufte. „Lindenhonig duftet und schmeckt kräftig“, erklärte der Zeschdorfer und bekennende Fan des Lennéparks.
„Die Parknacht ist eine der schönsten Veranstaltungen, die wir hier in Frankfurt haben“, befand OB René Wilke, der von einem Großteil der Verwaltungsspitze begleitet wurde.  Mehr als 250 Aktive, Unterstützer und Sponsoren waren in diesem Jahr in die Organisation und das Programm eingebunden. Darunter ehrenamtliche Empfangsdamen wie Annegret König, die an den Eingängen um eine Spende für den Park baten. Oder Wolfgang Kohlberg, Manager der Lennépassagen, der die Parknacht vor allem technisch mit ausstattete.
Für den feierlichen Abschluss sorgte der Große Chor der Singakademie. Das stimmgewaltige Ensemble unter Leitung von Rudolf Tiersch nahm das Parkpublikum mit auf einen musikalischen Streifzug durch alle Jahreszeiten, auch die kälteste. „So treiben wir den Winter aus“ hallte es durch die Sommernacht. Dazu rieselte aus einer Schaumkanone die Illusion von Schnee. Der echte lässt hoffentlich noch ein paar Wochen auf sich warten.