Am Ende war es eine typisch deutsche Entscheidung. Während die Slubicer Stadträte schon am Anfang der 15. gemeinsamen Sitzung der Stadtverordnetenversammlungen ankündigten, dem Logo geschlossen zuzustimmen, zeigten sich die Frankfurter mit einigen Zusatz- und Änderungsanträgen noch einmal diskutierfreudig. Typisch deutsch war vor allem der Zusatzantrag von Hans Dieter Wachner (Bürgerbündnis), mit dem die Stadtverordneten unabhängig vom eigentlichen Beschluss über das Logo noch einmal über die vorgelegte Farb- und Formgebung desselben abstimmen sollten. Damit sollte auch all denen, die dem gemeinsamen Logo zwar grundsätzlich zustimmen, aber mit dem äußeren Erscheinungsbild nicht zufrieden sind, eine Möglichkeit gegeben werden, dies mit ihrem Abstimmungsverhalten zum Ausdruck zu bringen. Am Ende war der Antrag, der abgelehnt wurde, aber nicht mehr als eine Randnotiz.
Die polnischen Vertreter stimmten dem Logo, in das die Berliner Werbeagentur Runze & Casper noch kurzfristig einen Stadtbrückenbogen eingearbeitet hatte, einstimmig zu. Auf Frankfurter Seite wurde das modifizierte Logo ebenfalls mit großer Mehrheit beschlossen. In der Debatte zuvor hatten die Redner aus Slubice ihr Unverständnis über Vorschläge zum Ausdruck gebracht, den vorgelegten Entwurf zurückzustellen und zu überarbeiten. "Es hat einen langen Prozess mit intensiven Diskussionen gegeben, in dem auf beiden Seiten viele Stimmen berücksichtigt wurden", sagte Piotr Kiedrowicz, Vorsitzender des Slubicer Stadtrats. "Wir sollten den Mühen und aufgebrachten Geldern Respekt entgegen bringen. Welche Sicherheit haben wir, dass uns ein Logo, was in zusätzlichen Workshops entsteht, besser gefällt als das jetzige?", fragte er. Juliusz Zwirek, Co-Vorsitzender des gemeinsamen Integrationsausschusses beider Städte, erinnerte die Frankfurter daran, dass diese Marke eine Bestimmung habe. "Sie muss nicht allen gefallen. Man muss das Logo mögen lernen können", appellierte er.
Peter Fritsch, Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung, freute sich darüber, dass Deutsche und Polen vor der Sitzung beider Stadt-Parlamente - die letzte fand im April 2010 statt - "mal nicht mit der gleichen Meinung in die Abstimmung gehen. Das hat es bisher nicht gegeben. Das ist eine neue Qualität", sagte Fritsch.
Bis auf Renate Berthold (Bürgerbündnis), die ihren Antrag, einen deutsch-polnischen Gestaltungswettbewerb zur Erarbeitung einer gemeinsamen Dachmarke auszurufen später zurückzog, sprachen sich die Redner der anderen Fraktionen für die Dachmarke mit Brücke aus. "Für mich ist es das klarste und konsequenteste Logo", sagte Dietrich Hanschel (SPD). "Ich verstehe nicht, warum jetzt die, die an den Workshops nicht teilgenommen haben, denken, dass sie mit einem neuen Wettbewerb bessere Ergebnisse erzielen als die 300 Leute vor ihnen", entgegnete Wolfgang Neumann (Linke) Kritikern des vorgelegten Entwurfs. Auch Simone Veres (CDU) warb für das Logo. Sie forderte die Verwaltung auf, "uns schnell darüber zu informieren, wie es jetzt umgesetzt werden soll".