Weil sich am Freitagabend auf polnischer Seite der Stadtbrücke mehr als 200 Menschen an der Protestaktion für die Beendigung der Grenzschließung beteiligt hatten, riefen die Organisatoren spontan zu einer Fortsetzung der Aktion 24 Stunden später auf. Doch wie das Internet-Portal "Nasze Słubice" (Unser Słubice) berichtet, kamen am Sonnabend nur noch knapp 20 Interessierte zu der Aktion.
Und es gab einen weiteren Unterschied: Die Polizei und Sicherheitsbehörden riegelten den Zugang zur Stadtbrücke, an dem sich die derzeitige Kontrollstation befindet, deutlich resoluter gegen die Demonstrierenden ab als tags zuvor. Am Freitag waren die Polizisten zwar mit einem Megafon durch die Ansammlung gelaufen und hatten dazu aufgerufen, Sicherheitsabstände einzuhalten beziehungsweise die Versammlung am besten ganz aufzulösen. Doch davon ließen sich die Versammelten kaum beeindrucken. Im Gegenteil: Sie trugen polnische und deutsche Spruchbänder mit Forderungen wie "Lasst uns zur Arbeit" oder "Wir sehnen uns nach euch" und winkten den Demonstrierenden aus Frankfurt zu, die ungefähr bis zur Mitte der Brücke gegangen waren.
Demonstrieren für die Doppelstadt

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Der Chor "Adoramus" sang dazu unter Leitung der auch in Frankfurt gut bekannten Barbara "Basja" Weiser "Freude schöner Götterfunken" auf Polnisch und Deutsch.  Die große Beteiligung war um so beeindruckender, da Demonstrationen in Polen derzeit ganz untersagt sind.