„Wir sind nach wie vor Anfänger“, will Karsten Bohlig klargestellt wissen. Um voranzukommen, hat der Unternehmer den Kurs im Autohaus organisiert, der für seine Angestellten kostenlos ist. Finanzielle Unterstützung gibt es von der Landesagentur für Struktur und Arbeit (LASA). „In anderen Kursen war es schwieriger für uns, weil die Teilnehmer unterschiedlich weit mit dem Polnischlernen waren“, sagt Karsten Bohlig. „Jetzt sind wir unter uns, und unser Lehrer Kamil Wiecek kann den Kurs ganz nach unseren Bedürfnissen ausrichten.“ Dazu zähle die Vermittlung von Vokabeln, die im Alltag wichtig sind. „Mir nutzen Grammatikregeln wenig, wenn mir Vokabeln fehlen“, sagt der Unternehmer. So nehme er es im Alltag lieber in Kauf, Fehler in einem Satz zu machen. „Die polnischen Kunden freuen sich, wenn man sie in ihrer Sprache anspricht“, hat er festgestellt. „Das macht einfach einen guten Eindruck.“
Dabei verfolgt der Unternehmer auch in Sachen Polnisch vor allem wirtschaftliche Ziele. „Wir bauen stark darauf, in Westpolen bekannt zu werden“, sagt er. Der Anteil der Polen bei Werkstattkunden und Autokäufern liege bei fünf bis zehn Prozent – Tendenz steigend. Angesichts des Bevölkerungsschwunds hierzulande sei er froh über diesen Zuwachs, sagt Karsten Bohlig. „Ich bin nicht in der komfortablen Situation, dass ich mir die Kunden aussuchen kann.“
Auch wenn es weder für seine Mitarbeiter noch ihn einfach sei, sich nach Feierabend noch zum Vokabeln lernen zu motivieren, ist Karsten Bohlig davon überzeugt, mit der Organisation des Kurses den richtigen Schritt unternommen zu haben. Für alle, die Polnisch lernen möchten, hat er noch einen Ratschlag: Das Wichtigste sei, sich der Sprache zu öffnen und sich von Misserfolgen nicht entmutigen zu lassen. Und er berichtet, wie stolz es ihn mache, in den Radionachrichten immer öfter zumindest zu verstehen, worum es geht. Den MOZ-Sprachkalender will Karsten Bohlig nutzen, um seine Kenntnisse zu festigen.
Auf Dauer haben viele Unternehmen nur eine Chance, wenn sie sich dem polnischen Markt öffnen. „Wir brauchen perspektivisch die Kunden“, sagt der der Frankfurter Unternehmer Karsten Bohlig. Deshalb hat er Mitarbeiter seines Autohauses vom Polnischlernen überzeugt. Zweimal monatlich heißt es für vier Angestellte und den Chef nach Feierabend die Schulbank zu drücken. Die ersten Polnischkenntnisse erweisen sich im Geschäftsalltag durchaus als nützlich.
Polnischkurs im Internet: moz.de/polnisch