Klara Geywitz setzt gern diesen einen, schwer interpretierbaren Blick auf: die Stirn leicht in Falten, die Mundwinkel kaum merkbar angezogen – irgendetwas zwischen Interesse, Ironie, Belustigung, Komm-Du-Mir-Her und Mal-Abwarten. Offene Emotion ist ihre Sache nicht. Witz und Humor kommen eher unerwartet, dann aber absolut treffsicher. Schon oft war die 43-Jährige für Spitzenämter im Gespräch. Bisher hatte sie immer abgelehnt. Doch dann scheiterte sie in diesem Jahr zwei Mal. Zunächst verlor sie ihr Direktmandat für den Landtag. Dann unterlag sie mit Vizekanzler Olaf Scholz bei der Bewerbung um den SPD-Parteivorsitz. "Ich war schon sehr traurig", so ihr knapper Kommentar in der Stunde der Niederlage.
Und doch muss man mit ihr weiter rechnen, meinten auch nach den Niederlagen politische Beobachter in Potsdam und Berlin, die sie gut kennen. Am vergangenen Wochenende wurde die Potsdamerin, die während ihrer Zeit als Landtagsabgeordnete auch Polnisch lernte,  nun auf dem SPD-Bundesparteitag zur Vize-Parteivorsitzenden gewählt. Bereits vor dieser Wahl sagte sie zu, am Mittwoch zum MOZ-Talk nach Frankfurt zu kommen.
Matthias Jahnke vom Weingut Patke ist eigentlich Geschäftsführer von REMA Services – Instandhaltung und Reparatur von Heizungs- und Sanitäranlagen. Das Weingut Patke in Pillgram wurde im Januar 2017 von den Familien Jahnke & Lehmann gegründet. Sie bewirtschaften 1,6 Hektar und bauen ihre Weine im eigenen Weinkeller aus. Anknüpfend an eine Tradition des Weinbaus in Brandenburg vor 800 Jahren (13. Jahrhundert, vornehmlich für die Adelshäuser) werden seit 2003 auf dem "Lange Rücken" in Grano bei Guben und seit 2014 auf dem "Pillgramer Jacob" wieder verschiedene Rebsorten angebaut. Matthias Jahnke zählt mit seinem Weingut zu den Pionieren des Landes. Er wird erzählen, was die Inhaber in Zukunft mit dem Weingut vor haben. Und: Könnte sich der Klimawandel positiv auf den Weinbau in unserer Region auswirken?
Die MOZ-Showband spielt
Ken Yamamoto lebt in Berlin und schreibt Gedichte – für Papier und Bühne. Seit 2004 tritt er als Poetry Slamer in Kneipen auf, in Clubs, in den schönsten Theaterhäusern, auf Konferenzen, beim Treffen der deutschsprachigen Außenminister, auf Literaturfestivals, auf Kleinkunstbühnen, im Fernsehen und Radio. Eigentlich mache ich alles, sagt er, solange es mit Poesie zu tun hat. Aber worüber lachen deutschsprachige Außenminister? Womit hat er sie zum Nachdenken und Schmunzeln angeregt? Ken Yamamoto wird auch darüber erzählen. Und er wird Nachdenkliches zur Weihnachtszeit vortragen.
Die Schauspielerin Katrin Sass ist Frankfurtern in besonderer Erinnerung. Denn ihre Theaterlaufbahn begann Anfang der 1980er Jahre am Kleist-Thea-ter. Es folgten Stationen am Theater Halle/Saale und am Schauspielhaus Leipzig. In den 1990er Jahren war mit Ausnahme der Fernsehreihe Polizeiruf 110 (Hauptkommissarin Tanja Voigt) Pause. Ihr Renner war 2003 "Good Bye Lenin". Der Film lief in 180 Ländern. In diesem Jahr blickt Katrin Sass mit einem Liederabend ("So oder so ist das Leben") auf 30 Jahre Mauerfall zurück. Darin zieht sie auch persönliche Bilanz. Was hat sich in ihren Augen seither getan – vor dem Hintergrund der Landtagswahlen in Ostdeutschland im Herbst 2019?
Musikalischer Stargast des Abends ist Bernhard Brink. Seit 47 Jahren ist er im Musik- und Showgeschäft (über 100 Singles und fast 30 Studioalben). Seine Stimme, sagt er, sei in den Jahren zwar "schmutziger" geworden. Doch "ich stehe für Kontinuität".
Der MOZ-Talk wird moderiert von der Entertainerin Lilo Wanders und der Journalistin Claudia Seiring. Es spielt die MOZ-Showband mit Sören Gundermann, Thomas Strauch und Jacek Faltyna.
Der MOZ-Talk ist ausverkauft.