Mit der Kundgebung wolle das Bündnis ein deutliches Zeichen gegen Rechtspopulismus setzen, erklärte dessen Sprecher Janek Lassau und fügte hinzu: "Wir wollen zeigen, dass so ein Parteitag in unserem schönen Frankfurt nicht hingenommen wird und gleichzeitig dafür werben, dass die Bürger keine Parteien wählen, die rechts außen auf Stimmenfang gehen."
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Die AfD stehe für eine eine Gesellschaft der sozialen Kälte und der Ausgrenzung, sie befördere eine rassistische Politik gegen Geflüchtete, vertrete ein antiquiertes Geschlechterbild und Geschichtsrevisionismus. "Wir aber wollen in einer Gesellschaft leben, in der Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religion oder sexueller Orientierung zusammenleben können und in der Herausforderungen solidarisch gelöst werden", machte Janek Lassau deutlich. Er geht davon aus, dass der Landesparteitag im Jahr der Bundestagswahl nur der Auftakt für weitere AfD-Veranstaltungen in Frankfurt sei. "Wir werden einen langen Atem brauchen, nicht nur um diese Veranstaltungen weiter zu begleiten, sondern auch, um eigene Akzente zu setzen und uns als Bündnis klar zu positionieren."
An der Kundgebung beteiligten sich auch der Landesverband von Bündnis 90/Die Grünen und die Grüne Jugend. "Menschenrechte statt rechte Menschen" oder "Blau ist das neue Braun" stand auf ihren Plakaten zu lesen. "Als Grüne Jugend stehen wir für Weltoffenheit, daher ist es uns wichtig, bei dieser Aktion dabei zu sein und zu zeigen, dass die AfD in Frankfurt nicht willkommen ist", bekräftigten Ricarda Budke, die Sprecherin des Landesverbandes und Robert Gideus von der Frankfurter Ortsgruppe. Ebenfalls vor Ort waren der DGB Ostbrandenburg, das Aktionsbündnis Brandenburg gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit sowie der Frankfurter Stadtverband der Satirepartei Die PARTEI. Dessen Vorsitzender Philipp Hennig verteilte Windbeutel mit brauner Füllung - als Symbol für die Politik der AfD.
In der Brandenburghalle betonte Wilko Möller, der Vorsitzende des Frankfurter AfD-Stadtverbandes, dass dieser nicht daran denke, sein Parteibüro in der Oderstadt aufzugeben. "Wir halten durch", erklärte Möller, der auf dem Parteitag als Beisitzer im Landesverband wiedergewählt wurde. Seit Mitte März ist die AfD ihren Fraktionsstatus in der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung los, nachdem die Abgeordnete Ute Spallek aus dem Zusammenschluss ausgetreten war.