Mehr als 70.000 Kilometer sind 471 Aktive beim Stadtradeln für Frankfurt seit dem 30. August gefahren. Die Aktion läuft noch bis zum nächsten Sonnabend. Und sie ist jetzt schon ein voller Erfolg. Auch andere Zahlen machen deutlich, dass immer mehr Menschen Strecken in der Stadt mit dem Fahrrad zurücklegen statt mit dem Auto.

Das Corona-Jahr hat den Trend zum Rad noch verstärkt

In einer Antwort auf eine Anfrage des Stadtverordneten Stefan Kunath (Linke) informierte die Stadt jetzt über die Jahresdaten der beiden Fahrrad-Zählstellen in Frankfurt. An der Lebuser Chaussee am Knotenpunkt Wulkower Weg wurden 2019 demnach 40.529 Radfahrer registriert; 2017 waren es noch 38.655. An der Zählstelle Müllroser Chaussee nahe der Chint-Allee stieg die Zahl der Radfahrenden im gleichen Zeitraum von 39.735 auf 42.508. Die Daten des ersten Halbjahres 2020 zeigen, dass sich der Trend zum Umstieg aufs Rad zuletzt sogar noch weiter verstärkt hat – womit auch der Ausbau des Radwegenetzes drängender wird.

Investitionen in die Radwege-Infrastruktur

In diesem und im nächsten Jahr plant die Stadt bereits eine Reihe von Verbesserungen; darunter eine Fahrbahntrennung in der Perleberger Straße (zwischen Kieler Straße und SMC), Fahrradparkplätze am Bahnhof und im Stadtgebiet sowie ein Schutzstreifen für Radfahrer in der Robert-Havemann-Straße, deren Sanierung demnächst ansteht. In den kommenden Jahren sind außerdem Investitionen in die Infrastruktur in der Johann-Eichhorn-Straße (2021), Nuhnenstraße (2022), Puschkinstraße (2023), Kopernikusstraße (2024) sowie in Hansa Nord und in Birnbaumsmühle (2025) geplant.
Für Kuhnath sind die Maßnahmen „Schritte in die richtige Richtung“. Insgesamt jedoch „haben wir bei den Fahrradwegen zu viel Stückwerk. Zur Vision einer autoarmen Innenstadt bis 2035 gehört eine renovierte Magistrale, in der sich Fußgänger und Radfahrer nicht mehr auf kaputten Wegen in die Quere kommen“, erklärt der Linken-Politiker.