Ausgegangen war die Eskalation offenbar von zwei Gästen syrischer Herkunft im Alter von 20 und 22 Jahren, denen zuvor wegen aggressiven Verhaltens der Zutritt zu dem Club verwehrt worden war. Die beiden Männer gerieten dann am Sonntag an der Heilbronner Straße erneut mit mehreren Deutschen in Streit und bedrohten diese u.a. mit Messern. Daraufhin nahm die Polizei sie vorläufig fest. Laut Staatsanwaltschaft ist einer der beiden Tatverdächtigen inzwischen wieder auf freiem Fuß, und nicht, wie zunächst berichtet, beide. Der zweite Syrer befindet sich im Moment in der Justizvollzugsanstalt Wriezen in Haft. Gegen beide werde weiter mit Hochdruck ermittelt.
„Körperliche Gewalt ist inakzeptabel und entsprechende Gewalttaten müssen vom Rechtsstaat verfolgt werden“, erklärt Jan Augustyniak, Kreisvorsitzender der Linken. Die Aufklärung obliege den Gerichten. „Hierbei ist irrelevant, welcher Nationalität die mutmaßlichen Straftäter angehören. Wichtig ist allein die Straftat und ihre Umstände“, so Augustyniak. Flüchtlinge und Gewalttäter dürften nicht über einen Kamm geschoren werden. „Allgemeine Gewaltbereitschaft ist kein Merkmal von Geflüchteten oder Menschen einer bestimmten Nationalität, sondern einzig ein Merkmal von Straftätern“. Der Chef der mitgliederstärksten Partei der Stadt forderte, die gesellschaftliche Integration voranzutreiben. „Ebenso ist der ein Ausbau der Sozialarbeit dringend notwendig.“ Kritik übte Jan Augustyniak auch an der Polizei. Eine Wartezeit von 15 Minuten in der Telefonwarteschlange sei „dringend aufklärungswürdig“.
Ähnlich äußerte sich auch Michael Möckel von der CDU. Der Kreisvorsitzende forderte die „Einführung einer Hilfsfrist für die Polizei. Also eine feste Frist, in der Polizeikräfte nach Eingang eines Notrufs am Einsatzort sein müssen. Ähnliche Fristen gibt es für den Rettungsdienst und die Feuerwehr“, so Möckel. Darüber hinaus aber hält er ebenso mehr Polizeipräsenz in der Stadt für nötig. „Es darf nicht sein, dass aggressive Gruppen Klubs wie den Frosch attackieren und Opfer und Betreiber vergeblich versuchen, die Polizei zu alarmieren.“
Die Frankfurter FDP verurteilte den Gewaltausbruch „auf das Schärfste“ und forderte ein schnelle Aufklärung. Der Kreisvorsitzende der Liberalen, Wolfgang Mücke kritisierte in dem Zuge die „Fehlentwicklungen der Brandenburger Polizeireform“. Der Umstand, dass vom Notruf bis zum Eintreffen der Polizei so viel Zeit vergangen sei, zeige die Diskrepanzen in Bezug auf die tatsächliche Sicherheitslage vor Ort auf. „Es kann nicht sein, dass dann auch noch Polizeikräfte und Mitarbeitende des Ordnungsamtes ausschließlich an einem Ort der Stadt präsent sind und Ressourcen binden“, so Mücke. Darüber hinaus müsse die Sozialarbeit in der Stadt anders aufgestellt werden. „Die Sozialarbeiter der dezentralen Unterbringung müssen sich mehr und vor allem in den Abendstunden auf die jugendlichen Geflüchteten konzentrieren“. Jens Dörschmann, Mitglied im FDP-Kreisvorstand, sieht die Herausforderungen auch als Folge des anhaltenden Zuzugs anerkannter Flüchtlinge aus den umliegenden Brandenburger Gemeinden. „Die Landesregierung hat es verpasst, rechtzeitig per Verordnung eine Wohnsitzauflage zu erlassen.“ Diese falle den kreisfreien Städten nun auf die Füße.(thg)