„Wir hatten uns auf einen schönen Abend im Freien eingestellt“, meinte Besucherin Petra Hoffmann, die mit Mann und Kindern ins Kleist Forum gekommen war. „Aber bei dem Wetter war wohl nichts zu machen.“ Nachdem der Theatersommer-Auftakt am Freitag schon nach drinnen verlegt worden war, entschieden die Veranstalter, so auch mit der Sonnabend-Vorstellung zu verfahren. Das vierköpfige deutsch-polnische Schauspielerensemble war damit beide Male auf der Studiobühne zu erleben.
Den Hoffmanns hat es dennoch gefallen. Besonders beeindruckt war Petra Hoffmann nach eigenen Worten von der Leistung der polnischen Schauspielerin Bozena Pomykala-Kukurowska, die unter anderem als Kater, als Königin und als Erzählerin auf der Bühne trat. Mit ihr spielten Miriam Wagner, Franz Frickel und Jan Mierzynski. Besucher Frank Pleinert lobte, wie geschickt Regisseur Tobias Lenel mit dem Komponisten Sebastian Undisz das zweisprachige Stück arrangiert habe. „Es hat gar nicht gestört, dass viele Passagen auf Deutsch und auf Polnisch vorgetragen worden sind. Im Gegenteil.“
Dabei hatte der Theatergast wie alle anderen Besucher der beiden Vorstellungen in der Pause noch die Möglichkeit, zumindest ein paar Brocken Polnisch zu lernen: Beim Picknick, das eigentlich auch im Freien hätte stattfinden sollen und nun kurzerhand in den Wandelgang des Kleist Forums verlegt wurde. Lange Tafeln waren dazu aufgebaut, an denen die Gäste von deutschen und polnischen Schülern mit Suppe und gefüllten Eierkuchen bewirtet und belehrt wurden – mit deutschen und polnischen Vokabeln.
Am nächsten Wochenende stehen das Inselspektakel, das schon am Sonntag gespielte Operetten-Kabarett sowie „Der große Zauberer und der kleine Hase“ auf dem Inseltheater-Programm. Letzteres und „Casanova“ von der Oper derSpree sind am dritten Festival-Wochenende zu erleben.
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