Der Regionalliga-Auftakt ist für den 5. September vorgesehen, doch der Ligen-Verantwortliche Henning Tröger kann sich eine Verlegung der zweithöchsten Kampfklasse um einen Monat vorstellen. "Wir haben mehrere Optionen – eine Meisterschaft ohne Zuschauer kommt für unsere Vereine allerdings nicht in Frage." Die Mannschaftskämpfe der Ringer leben zum Großteil von den Zuschauereinnahmen.
Zuletzt war ein Schreiben der Zweckgemeinschaft an die Vereine gegangen mit der Frage, ob sie nach Lockerung der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in der Lage sind, die Saison im Herbst aufzunehmen. Von einigen Teams wurde auch bereits signalisiert, dass man notfalls auch ohne ausländische Verstärkungen antreten würde – zwei Gaststarter sind pro Mannschaft zugelassen – und auch ein späterer Start in die Meisterschaftsrunde kaum ein Problem wäre. "Auf Grund dieser Umfrage können wir uns ein Bild machen und werden entsprechende Vorkehrungen für einen gesicherten Start treffen",  hofft Joachim Kühn, Präsident des Landesverbandes Sachsen, der zugleich das Geschehen eine Etage tiefer, nämlich in der Sachsenliga ankurbeln möchte.
Zudem haben die Präsidenten der in der Zweckgemeinschaft Mitteldeutschland verankerten Landesorganisationen Thüringen, Sachsen-Anhalt, Berlin, Brandenburg und Sachsen einen offenen Brief an die DRB-Chef-Etage geschickt mit der Aufforderung, in der Krisenzeit transparenter zu sein und über Entscheidungen frühzeitig zu informieren. "Wir wollen eine Deadline setzen, mit der wir den Vereinen auch die entsprechende Planungssicherheit geben", sieht sich Tröger gegenüber den Regionalligisten in der Pflicht.
Meisterschaften abgesagt
Derweil hatten wegen der Corona-Pandemie alle geplanten großen Wettkämpfe in Frankfurt abgesagt werden müssen: der internationale Brandenburg-Cup der Junioren, aber auch die deutschen Freistil-Meisterschaften der Männer und Frauen, die vor gut einer Woche hätten stattfinden sollen. "Das hat uns hart getroffen. Wir hätten die Wettkämpfe gerne durchgeführt, haben ein festes Team, die Arbeit ist auf viele Schultern verteilt", sagt Mario Balzer, Präsident des ausrichtenden RSV Hansa 90.
Immerhin hat der Deutsche Ringer-Bund schon mal an der Oder nachgefragt, ob man sich auch vorstellen könne, für 2021 als Gastgeber zu fungieren. "Wenn im Herbst die Bundesliga starten kann, würden Meisterschaften der Männer den Terminplan sprengen, zumal es im Dezember nach den Plänen des Weltverbandes auch noch eine WM geben soll", erläutert Danny Eichelbaum, Präsident des brandenburgischen Landesverbandes. Balzer sagt derweil: "Für 2021 hatten wir uns für die deutschen Meisterschaften der Männer im griechisch-römischen Stil beworben, auch diese Titelkämpfe verschieben sich dann um ein Jahr." Stefan Nemack, Geschäftsführer des RSV Hansa, hofft auf eine zeitnahe Entscheidung und darauf, dass der DRB weiterhin auf die Oderstädter als zuverlässigen Partner für solch große Events zurückgreift. "Wenn alles gut geht, bekommen wir erneut den Zuschlag für beide Titelkämpfe im Freistil und auch den für die deutschen Meisterschaften griechisch-römisch 2022." Mario Balzer hat der Chefetage des Deutschen Ringer-Bundes auch Hilfe zusagt, sollten in diesem Jahr noch Titelkämpfe im Nachwuchsbereich oder im weiblichen Ringkampf zur Austragung kommen.

Die acht Teamsder Regionalliga

Für die neue Saison gemeldethaben neben der KG Frankfurt/Eisenhüttenstadt der RV Thalheim, RSK Gelenau, der KFC Leipzig, dieWKG Pausa/Plauen, der RC Germania Potsdam, der 1. Luckenwalder SCsowie SV Luftfahrt Berlin. red