Eigentlich wollten die Gäste aus dem Erzgebirge die Gewichtsklasse 75 Kilogramm Griechisch-Römisch von Weiß unbesetzt lassen, trugen jedoch aus Versehen ihren Freistilringer Lukas Kahnt in diese Spalte ein. Gegen diesen jungen Gegner hatte der mehrfache Deutsche Meister Weiß zunächst seine Probleme und lag zur Pause nach drei Minuten sogar mit 0:2 zurück. "Es ist meistens komisch, gegen Freistiler zu ringen, sie kämpfen sehr unorthodox. Aber ich habe mich dann auf ihn eingestellt", berichtete der 32-Jährige, der am Ende durch technische Überlegenheit mit 19:4 siegte und ebenfalls vier Zähler für sein Team beisteuerte.
Ebenfalls die volle Punktzahl erkämpfte Paul Bohn (GR 57 kg) beim 20:3 gegen Fabien Martin. Der Frankfurter hatte von seinem Einsatz erst am Mittag erfahren, nachdem Raffael Albrecht krankheitsbedingt kurzfristig abgesagt hatte. So musste Bohn bis zum Abend eineinhalb Kilogramm abnehmen. Sein Mannschaftskollege Mohammad Damankhoshk (GR 80 kg) besiegte Kevin Mehlhorn, der beim Stande von 5:0 wegen einer Fußverletzung aufgeben musste.
Diese beiden Kämpfe waren die einzigen, die nicht über die volle Distanz von sechs Minuten gingen. Damian Hartmann (GR 98 kg) hielt gegen den rund 15 Kilogramm schwereren Tschechen Ondrej Dadak die Niederlage mit 1:5 im Rahmen und auch Daniel Geist (FS 130 kg) zeigte beim 0:3 gegen Radoslaw Dublinowski sein großes Kämpferherz – trotz einer Schulterverletzung.
Andrzej Grzelak (FS 86 kg) versuchte gegen Benjamin Opitz immer wieder, dessen Bein zu erwischen, was allerdings nicht glückte. Letztlich unterlag der Pole im Dress der KG mit 0:3.  Eine spektakuläre Last-Minute-Niederlage erlitt Tien Nguyen Ho (GR 66 kg) gegen Nicklas Eichhorn, als er nach zwischenzeitlicher 8:0-Führung drei Sekunden vor dem Ende noch herumgewirbelt wurde und durch das 8:8 einen Mannschaftspunkt abgeben musste. Hin und her ging es im Duell zwischen Ghayour Sayad  (FS 61 kg) und Nick Löffler. Letztlich behielt der Frankfurter mit 10:5 die Oberhand.
Am Sonnabend zum Schlusslicht
Steve Brylla (FS 71 kg) ließ beim 9:0 gegen Florian Pohl von Beginn an keine Zweifel aufkommen, wer die Matte als Sieger verlässt. "Es lief heute einfach. Ich wollte unbedingt mal wieder richtig gut kämpfen. Da ich zuletzt auf Lehrgängen war, konnte ich nicht immer dabei sein. Ich freue mich über jeden Kampf, den ich noch bestreiten kann, bevor jüngere Leute nachkommen", sagte der 35-Jährige und lobte gleichzeitig seine Mannschaftskollegen. "Es ist echt stark, dass wir gegen den Zweiten gewinnen. Schade, dass wir mit dieser Besetzung nicht in Markneukirchen antreten konnten, da hätten wir vielleicht eine Chance gehabt. Frankfurt ist stark, es müssen nur alle da sein", sagte Brylla mit Verweis auf die schmerzliche 0:36-Pleite im Vogtland in der Vorwoche.
Lobende Worte fand auch Trainer Andreas Göldner. "Wir haben viele ausgeglichene Kämpfe gesehen und sind sehr zufrieden. Am Ende hat es Mo (Mohammad Damankhoshk, d. Red.) wieder herausgerissen, obwohl er acht Kilo weniger als sein Gegner gewogen hat. Wir haben auch taktisch richtig gestellt. Das Ergebnis zeigt, dass unser Ziel – ein Platz unter den ersten Drei – realistisch ist", erklärte Göldner, dessen Team am kommenden Sonnabend beim Tabellenletzten RVE Lugau antritt.