Zwei große Themen des Diplom-Psychologen Rolf Schmiel sind Leistung und Motivation. Der 48-Jährige berät Privatpersonen und Unternehmen, tourt als Vortragsredner durchs Land und ist bekannt aus Radio und Fernsehen. Am 9. Mai kommt er nach Frankfurt (Oder) und wird die Auftaktveranstaltung der Vortragsreihe „Vorsprung durch Wissen“ bestreiten.

Herr Schmiel, warum halten Sie einen Vortrag über Leistung und Motivation? Stellen Sie bei Mitmenschen ein Defizit fest?

Ich sehe ein Wissensdefizit rund um das Thema Motivation. Es gibt immer wieder Menschen, die sich ärgern, weil sie selber bestimmte Ziele nicht erreichen. Oder aber, weil sie Mitarbeiter oder Lebenspartner haben, die nicht so „motiviert“ sind, wie sie sich das wünschen. Deshalb habe ich es mir als Psychologe zur Aufgabe gemacht, das Phänomen Motivation zu untersuchen. Dabei bin ich, wie ich finde, auf wichtige Erkenntnisse gestoßen. Es geht in vielen Fällen nicht um Motivation, sondern um Leistungsenergie.

Rolf Schmiel: „Viele Menschen (...) landen in einem Frust-Dilemma“

Was genau meinen Sie damit?

Leistungsenergie ist die Energie, die mir in meinem Leben zur Verfügung steht, bestimmte Leistungen zu erbringen. Damit meine ich: Jemand, der sich über einen langen Zeitraum massiv überfordert hat, muss sich nicht wundern, wenn er bestimmte Ziele nicht erreicht.
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Ich gebe Ihnen Beispiele: Ein Alleinerziehender oder eine Alleinerziehende hat schon ziemlich viel um die Ohren und ist sehr motiviert, alles zu meistern. Ihm/ihr fehlt aber die Energie, nebenbei einen Marathon zu laufen oder Hochleistungen im Job zu erbringen. Auch Führungskräfte, die hohe Anforderungen an Mitarbeiter haben, müssen bei diesen einfach mal hinschauen: Hat diese Person überhaupt die körperliche und psychische Belastbarkeit, diesen Anforderungen gerecht zu werden?
Da viele Menschen die Unterscheidung zwischen Motivation und Leistungsenergie nicht kennen, landen sie in einem Frust-Dilemma, das ihnen dann auch noch die letzte Motivation raubt.

So geht Psychologe Rolf Schmiel bei seiner Motivationsarbeit vor

Wie gehen Sie da vor?

Der erste Schritt meiner Motivationsarbeit bei einem Menschen ist es zu schauen, wo er steht. Hat er/sie überhaupt die Energie, sei es körperlich und mental, Zusätzliches oder Außergewöhnliches zu leisten? Für jemanden, der permanent überfordert ist, für dessen Motivation ist es wichtig, vorübergehend mal Pause zu machen.
Die Arbeit die ich mache, hat immer zwei Seiten: 1) die Arbeit mit sich selbst – wo stehe ich mir selbst im Weg oder bremse mich aus? 2) die Arbeit mit anderen – wie kann ich Menschen in meinem Umfeld mitnehmen und für Ideen begeistern, um tatsächlich Außergewöhnliches zu erreichen?

Welche Menschen kommen denn zu Ihren Vorträgen?

Es kommen sogenannte Erfolgssuchende. Das sind Menschen, die in irgendeinem Lebensbereich mit den aktuellen Ergebnissen nicht zufrieden sind. Das kann in der Partnerschaft, bei der Gesundheit oder Karriere sein. Die erhoffen sich – zu Recht – Impulse zu bekommen, wie sie mehr aus ihren Möglichkeiten machen können.

Sie selbst möchten nicht Motivationscoach genannt werden und sehen sich auch nicht als einer. Was unterscheidet Ihren Ansatz von dem eines Motivationscoaches?

Für viele Motivationscoaches geht es zu sehr um den rein materiellen Erfolg: höher, schneller, weiter. Doch materieller Erfolg macht nicht zwangsläufig glücklich. Ich beschäftige mich in meiner Arbeit erst einmal mit dem Individuum. Sich selbst und andere besser zu verstehen, sind wichtige Ziele meiner Arbeit. Die tiefer liegenden Gründe sind wichtig! Ich möchte unterhaltsam Wissen vermitteln, anstatt Produkte zu verkaufen. Ich gebe Menschen Rat, wie sie mehr aus ihren Möglichkeiten machen können.

Tickets und Preise

Rolf Schmiel ist am 9. Mai um 19.30 Uhr mit „Senkrechtstarter – die Wahrheit über Motivation“ im Kleist Forum zu sehen. Der Eintritt mit Präsenz-Teilnahme kostet 49 Euro pro Einzelkarte oder 169 Euro für alle vier Vortragsabende der „Vorsprung durch Wissen“-Reihe unter dem Motto Persönlichkeitsentwicklung. Die Online-Teilnahme kostet 39 Euro pro Einzelkarte bzw. 149 Euro  pro 4er-Abo. Es gelten exklusive Vorteilspreise für Abonnenten der Märkischen Oderzeitung sowie Mitglieder der BKK VBU und der Handwerkskammer Frankfurt (Oder) Region Ostbrandenburg: Präsenz 35 Euro pro Einzelkarte, Online 25 Euro pro Einzelkarte bzw. 119 und 99 Euro je 4er-Abo. Weitere Informationen und Buchungen online beim Veranstalter Sprecherhaus  sowie unter Tel. 02561 9792888.