Annalena Baerbock (Grüne), Thomas Nord (Linke) und Martin Patzelt (CDU) stehen für ein grün-rot-schwarzes Miteinander in Frankfurt. Die drei Bundestagsabgeordneten haben spürbar Sympathie füreinander, die auch verschiedene politische Standpunkte nicht schmälert. Das Trio geht seit 2015 regelmäßig zu jungen Menschen, um ihnen gemeinsam Politik und Politiker zu erklären. Aus fünf Schulen kamen damals Rückmeldungen und seither sind die Drei dabei, sich Schülern der Klassen 9 bis 13 als Gesprächspartner anzubieten. Dass sie auf die Fragen der Schüler auch unterschiedliche Antworten hatten, entspricht ihren Überzeugungen. Die Aktion ist in dieser Form deutschlandweit wohl einmalig. Annalena Baerbock, Thomas Nord und Martin Patzelt sind stolz darauf, mit ihrer Art, sich menschlich zu mögen und in politischen Fragen dennoch heftig zu streiten. Sie geben damit ein Beispiel dafür, wie Politik sein soll. Geprägt von persönlichem Respekt, hart in der Sache, aber nie verletzend. Geschadet hat ihnen so viel Gemeinsamkeit nicht. Alle drei wurden 2017 wieder in den Bundestag gewählt.
Alt-Ministerpräsident Manfred Stolpe ist längst im Ruhestand. Eine Minute vor Zwölf redete er am 25. Oktober in einem MOZ-Interview seiner Partei ins Gewissen. Er forderte mehr Geduld und echte Dialoge, damit eine Kreisreform gelingt. Der 81-jährige Sozialdemokrat sorgte sich um den Zusammenhalt im Land Brandenburg. Sein leidenschaftliches Plädoyer: Jede Möglichkeit, Frankfurt (Oder) zu stärken, müsse genutzt werden. Eine Abwertung Frankfurts müsse vermieden werden. Eine Woche nach Veröffentlichung des Interviews blies Ministerpräsident Dietmar Woidke die Reform ab und verkündete später einen Neustart. Stolpe, der gebürtige Stettiner, machte mit Blick auf die Randregionen und den Berliner Speckgürtel den aktuell Regierenden klar: Es muss um Gemeinsamkeit gehen; um eine Fusion, bei der es nur Sieger gibt. Ein wahrer Landesvater.

Zitat des Jahres

"Frankfurt (Oder) war über Jahrhunderte der Leuchtturm der Mark Brandenburg - mit Handel, Handwerk, Gelehrsamkeit und Kultur. Dieses Erbe muss gepflegt werden. Hinzu kommt die immer wichtiger werdende Brückenfunktion nach Polen, Weißrussland und Russland. Keine andere deutsche Stadt kann diese Aufgabe besser wahrnehmen! Das ist eine Pflicht für Frankfurt, für das Land Brandenburg und für die Bundesrepublik Deutschland. Frankfurt braucht dafür massive Unterstützung. Jede Möglichkeit, Frankfurt zu stärken, muss genutzt werden. Eine Abwertung Frankfurts muss vermieden werden."Manfred Stolpe (MOZ-Interview vom 25. 10. 2017)