"Insbesondere die Erkenntnisse aus dem Insolvenzverfahren gegen die bisherige Veranstalterin pure Medien Network pMN GmbH und aus der Anhörung gaben dem Gremium Grund zu der Annahme, dass die Antragstellerin zukünftig nicht in der Lage sein wird, einen dauerhaften, geordneten Sendebetrieb zu gewährleisten", heißt es in einer Pressemitteilung des Medienrates. 104,6 RTL habe sich "mit seinem inhaltlich gleichermaßen auf Berlin und Brandenburg bezogenen Programmkonzept beworben. Mit Zuweisung der Frequenz 98,0 MHz (Frankfurt/Oder) erreichen etablierte Formate wie die Brandenburg-Reporter und der Regionalüberblick Berlin-Brandenburg aktuell zukünftig einen größeren Hörerkreis", begründet die Medienanstalt ihre Entscheidung.
Seit Anfang Februar steckte die pure Medien Network pMN GmbH im vorläufigen Insolvenzverfahren; angestoßen vom stillen Mitgesellschafter der Betreibergesellschaft Timm Zeiss. Mitte April gab die pMN die Lizenz zurück. Über die neu gegründete eagle Broadcast Brandenburg GmbH stellte sich pure fm dann einer Neuausschreibung – und ging nun leer aus.
Geschäftsführer Matthias Kayales ist bitter enttäuscht. "Wir prüfen derzeit, ob wir rechtliche Schritte gegen die Entscheidung des Medienrates einleiten werden und denken auch über digitale Alternativen nach", erklärte er. Die eagle Broadcast Brandenburg GmbH habe "selbst unter erschwerten Bedingungen seit einem knappen Jahr bewiesen – sowohl technisch als auch finanziell – einen geordneten Sendebetrieb gewährleisten zu können", so Kayales. In dieser Zeit sei auch eine höhere fünfstellige Summe im UKW-Sendebetrieb auf dem Oderturm investiert worden. "Zusätzlich haben wir auf Anhieb kostendeckend gearbeitet. Uns ist nicht ersichtlich, wie der Medienrat zu der Annahme kommt, wir könnten das nicht auch weitere Jahre."
98,0 pure fm - Frankfurts Stadtradio sei ein wichtiger Bestandteil für eine plurale Medienlandschaft in Frankfurt. "Unsere lokale Berichterstattung, der Einsatz für eine gelebte europäische Doppelstadt kann eine weitere Berliner Radiostation kaum leisten", beklagt Kayales.
Der Betrieb des City-Studios [Loge8] am Brunnenplatz, das über eine eigene Gesellschaft betrieben wird, gehe trotz allem unverändert weiter. Darüber hinaus "werden wir uns auch weiterhin medial, künstlerisch und gesellschaftlich in Frankfurt (Oder) engagieren", kündigte der pure fm-Chef an.