Die Grünanlage zwischen Birkenallee und Konrad-Wachsmann-Straße wurde Ende des 19. Jahrhunderts von Heinrich Jungclaussen als Lehrpfad und Schaugarten für seine Baumschule und Gärtnerei angelegt, erläutert René Hausdorf, Baumexperte aus dem Amt für Tief-,Straßenbau und Grünflächen, der die Führung auf Wunsch der Frankfurter Baumfreunde übernommen hat. 2004 entstand auf Betreiben der Stadt auf der gegenüberliegenden Seite an der Friedrich-Loeffler-Straße ein zweites Arboretum, in dem nach Absprache mit dem Grünflächenamt jedermann einen Baum pflanzen kann. Beispielsweise hat Edelgard Sachsenheimer, die inzwischen verstorbene Enkelin von Heinrich Jungclaussen, 2007 dort einen Zierapfelbaum für ihren damals neun Monate alten Urenkel Aurelius gesetzt.
Ende Mai diesen Jahres stifteten Jungclaussens Nachfahren eine Infotafel, die im Arboretum an ihren Ahnen und dessen Wirken erinnert. Heinrich Jungclaussen hatte auf dem Gelände 1884 eine Gärtnerei, Baumschule und Sämerei gegründet. Die Infotafel zeigt ein Bild des Betriebes aus dem Jahr 1911. Von der Anlage sind heute nur noch das Arboretum sowie das Kontorgebäude und die Samenscheune am Jungclaussenweg erhalten.
Der älteste Baum im Arboretum ist die "Hochzeitseiche", die an Heinrich Jungclaussens Heirat mit Mathilde Richter am 26. Mai 1886 erinnert. 1934, also zum 50-jährigen Bestehen des Betriebes, wurde auf der Wiese vor dem ehemaligen Wohnhaus die "Jubiläumseiche" gepflanzt. Aus der Gründungszeit des Arboretums stammt auch eine Robinie. Ursprünglich kommt dieser Baum aus Amerika, erläutert René Hausdorf. Dann geht es vorbei an einem ebenfalls aus Nordamerika stammenden Geweihbaum zum einheimischen Spitzahorn, dessen Blätter derzeit in schönen Farben leuchten.Zur Familie der Birkengewächse gehört die Hopfenbuche. "Dieser Baum kann in unseren Breitengraden gut Fuß fassen", sagt René Hausdorf, während er einen noch grünen Zweig in die Hand nimmt.
Danach zeigt er eine amerikanische Goldeiche, deren Blätter im Gegensatz zur Roteiche spitz sind. Buchtungen im Baumstamms zeigten, dass diese Eiche schon älter sei. Bereits rot eingefärbt sind die Blätter der Traubeneiche. Sie ähnelt der Stieleiche sehr, deren Blätter jedoch unregelmäßig gelappt sind und ein breites Ende aufweisen.
Weiter geht es zur Silber-Pappel. "Ein Prachtexemplar", sagt René Hausdorf und deutet auf den mächtigen Stamm. Die Blätter der Silber-Pappel sind wie die des Ahorns geformt. Sie können also leicht miteinander verwechselt werden. Das ist hingegen nur bei der Silberpappel so - andere Pappelarten haben rund geformte Blätter.
Wie Perlen an einer Kette sind die Blätter des Schnurbaums angeordnet. Der Experte zieht einen Ast herunter, um ihn den Teilnehmern der Führung zu zeigen. "Malerisch", sind sich alle einig. Auffällig sind auch die Früchte des Blasenbaums: Die Form der braunen Kapseln erinnert an Lampions. Der Blasenbaum blüht erst sehr spät, nämlich im Hochsommer - dann trägt er leuchtend gelbe Blüten.
Auf Entdeckungstour: Die Dendrologie - die Lehre von den Bäumen - ist das Spezialgebiet von René Hausdorf. Er zeigt den Teilnehmern der Baumführung durch das Arboretum die Pracht der Eichen.Fotos (8): MOZ/ Patrizia Czajor
Leuchtende Farbe: Das ist das Markenzeichen des Spitzahorns
Silber-Pappel: Die Blättern ähneln in ihrer Form dem Ahorn
Birkengewächs: René Hausdorf zeigt die Hopfenbuche.
Malerisch: Die noch grünen Blätter des Schnurbaums
Lampionartige Früchte: Ein Zweig des Blasenbaumes
Silber-Linde: Charakteristisch sind die schief-herzförmigen Blätter.
Traubeneiche: In Mitteleuropa ist die Stieleiche weit verbreitet.
Auf Entdeckungsreise mit den Frankfurter Baumfreunden durch das Arboretum in Neuberesinchen
Ehe die Bäume ihre Blätter komplett verlieren, lud der Verein der Baumfreunde in dieser Woche zu einem geführten Rundgang durch das Arboretum in Neuberesinchen ein.