Der Mai in diesem Jahr war wettertechnisch eine Enttäuschung. Der Juni fing hingegen sonnig und damit grandios an. Jörg Kotterba wollte vom Meteorologen Hans-Joachim Knußmann wissen, ob der Sommer in Frankfurt (Oder) nun in greifbarer Nähe ist.

Herr Knußmann, am 1. Juni war meteorologischer Sommerbeginn. Was erwartet uns in den kommenden Tagen?

Der Sommer. Ein Hoch über Skandinavien bleibt wetterbestimmend.  Es lenkt trockene und warme Luft in unsere Region. Wir können uns über Temperaturen von 22 bis 26 Grad freuen. Es bleibt überwiegend trocken. Bitte den Sonnenschutz nicht vergessen. Nachts zeigt das Thermometer sieben bis zwölf Grad an.

Und in der nächsten Woche?

Da gibt es längere sonnige Abschnitte, aber auch Wolkenfelder. Vereinzelt sind gewittrige Schauer zu erwarten. Die Temperaturen schwanken zwischen 22 und 27 Grad. Das warme Wetter setzt sich fort, aber die Gewitterneigung nimmt zu.

Wie sind derzeit die Wassertemperaturen?

In den Binnenseen ist das Wasser schon 16 bis 19 Grad warm. Die Ostsee schafft es derzeit auf 13 bis 15 Grad.

Werfen wir einen Blick zurück: Der Mai hat sich vorsommerlich verabschiedet. Was war geschehen?

Am zurückliegenden Wochenende strömte am Rande eines Hochdruckgebietes von Nordwesten her zwar immer noch kühle Meeresluft nach Ost-Brandenburg. Bei sonnigen Abschnitten und einzelnen Wolkenfeldern kletterte am Sonnabend das Thermometer jedoch schon auf 17 bis 19, Sonntag sogar auf 19 bis 21 Grad.

War der Monat Mai zu kalt und zu nass?

Zu kalt, aber nicht zu nass. Der mittlere Wert lag im Mai bei 12,6 Grad; normal sind 14,3. Es fielen 50 Liter Regen auf den Quadratmeter. Das sind etwa 97 Prozent des Normalwertes. Im Norden aber wurden bis zu 200 Prozent gemessen.