Über 500 Schüler lernen an der Oberschule „Ulrich von Hutten“. Seit Juni hat sie drei Sozialarbeiter. „Bei so vielen Schülern ist der Bedarf an sozialer Arbeit sehr hoch“, sagt Anne Frisch. Die 34-Jährige sowie Benjamin Schmidt und Nico Primke beschäftigen sich als „Sozialarbeiter an Schule“ – so die genaue Bezeichnung – in verschiedenen Projekten mit den Schülern der Hutten-Oberschule. Es geht um Sexualaufklärung, Sucht oder im Schulclub auch einfach mal darum, sich bei Spielen näher kennenzulernen.
„In der 7. und 8. Klasse gibt es das Mittagsband“, erklärt Anne Frisch. Zwischen Vor- und Nachmittagsunterricht können sich die Schüler mit den Sozialarbeitern zum Beispiel über Ideen für das Schulfest austauschen. In dieser Zeit besteht außerdem die Möglichkeit, in bestimmten Räumen zu entspannen, „zu chillen und zu fläzen“, beschreibt Anne Frisch. „Es gibt auch andere Angebote wie Kochen, kreative Angebote, Sport.“  Lehrer, die Schulgesundheitsfachkraft und die Sozialarbeiter bieten Arbeitsgemeinschaften an.
In den Herbstferien waren alle drei Sozialarbeiter mit den Schülern im Harz. Das Verhältnis ist ein ganz anderes als zwischen Schülern und Lehrern. Eine gewisse Erwartungshaltung, etwa was respektvolles Miteinander angeht, gebe es zwar schon, sagt Anne Frisch. „Aber da schwingt nicht so ein Leistungsdruck mit wie in der Klasse.“
Sie würde sich wünschen, dass es an allen Schulen Sozialarbeiter gibt, auch an Gymnasien und schon an den Grundschulen. „Da fangen die Probleme an. Wenn die Schüler in die Pubertät kommen und in der 7. Klasse dann eine ganz neue Gruppendynamik entsteht“, beschreibt sie.
Ihr Kollege Nico Primke hat seit August an der Hutten-Oberschule einen Trainingsraum. Dorthin können Lehrer Schüler schicken, wenn diese den Unterricht zu sehr stören. „Wenn sie hier sind, können sie das nicht mehr“, erklärt Primke ganz pragmatisch. Sie bekommen dann Arbeitsblätter oder Themen mit, die sie in dieser Zeit nacharbeiten. „Das wäre auf keinen Fall möglich, wenn ich noch alleine wäre“, sagt der 44-Jährige, der im achten Jahr an der Schule ist und ein Jahr lang der einzige Sozialarbeiter war.
Er betreut außerdem das Projekt „Wegweiser für gemeinsames Lernen“, bei dem Siebt- und Achtklässler mit Lernauffälligkeiten zwar in den Regelfächern im Klassenverband, in den Nebenfächern aber gesondert von Fachlehrern unterrichtet werden. Zudem kümmern sich währenddessen eine Lerntherapeutin und die Sozialarbeiter, zum Beispiel beim Thema soziales Lernen, um diese Schüler.
Bis diesen oder kommenden Sommer wird es die drei Sozialarbeiter an der Oberschule „Ulrich von Hutten“ geben. Danach entscheiden Stadt, Stiftung SPI und die Schule, ob der Bedarf weiter besteht. „Die Arbeit mit den Schülern ist sehr bereichernd“, lautet Anne Frischs erstes Resümee. Zuvor hatte sie unter anderem in einem Kinder- und Jugendfreizeitzentrum gearbeitet.
Schulsozialarbeiter gibt es zum Beispiel auch an der Gesamtschule 3 mit gymnasialer Oberstufe in Eisenhüttenstadt. Die Schulsozialarbeiterinnen an der Oberschule „Heinrich von Kleist“ bieten neben Beratung von Schülern und Eltern auch die Begleitung von Schülern in schwierigen Situationen und Konfliktschlichtung an. In Schulclub und Aula gibt es Freizeitangebote und außerdem führen sie besondere Projekte wie ein Tierschutzprojekt durch.
Zwar kein Sozialarbeiter, aber eine pädagogische Fachkraft betreut an der Waldorfschule Kinder, die vor besonderen Herausforderungen in ihrer Entwicklung stehen. Im sogenannten „Kleinen Klassenzimmer“ können sie eine Auszeit vom regulären Unterricht nehmen. Das Zimmer bietet neben Lern- und Kreativecken auch einen Ruhebereich für erkrankte Kinder. Zudem können Schüler der Mittelstufe dort eine feste, pädagogisch betreute Hausaufgabenzeit besuchen.

Weitere Schulen


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