Am 9. April 1980 - fast auf den Tag genau vor 35 Jahren - beschloss der Rat der Stadt die Umgestaltung des Stadtgebietes Altberesinchen. Die, wie es hieß, städtebaulichen Direktive sah für Beresinchen (jetzt Altberesinchen) den Abriss von Häusern vor und die Verlegung einer Straßenbahntrasse durch Altberesinchen nach Neuberesinchen. MOZ-Leserin Gabriele Hesse hatte vor Jahren aus der Zeitung erfahren, dass die erste Straßenbahn nach Neuberesinchen am 2. September 1981 fuhr. "Neuer Tag" berichtete drei Tage später über die Eröffnung der 1,8 Kilometer langen Strecke. "Jungfernfahrt der "1' ins neue Stadtgebiet"überschrieb das Blatt den Beitrag, dazu eine Aufnahme der viel zu früh verstorbenen Fotografin Christel Walter. Darauf ist ein Zug der Linie 1 in Neuberesinchen zu sehen. "Allerdings endeten die Züge zunächst an der Haltestelle Wintergarten. Am 5. Juli 1982 ging die 1,3 Kilometer lange Verlängerung bis zum IV. Wohnkomplex in Betrieb", informierte Gabriele Hesse, die eine Isolierkanne gewinnt.
Günter Fromm, der sich seit Jahrzehnten mit Frankfurts Stadtgeschichte beschäftigt, ahnt: "Mit den Abrissen  in Neuberesinchen wird die Bedeutung der Straßenbahn nach und von dort leider abnehmen." Im Ratsbeschluss von 1980 wäre auch der Abriss maroder Häuser in Altberesinchen festgelegt. Die Wahrheit sei jedoch, "dass im Zusammenhang mit der Tram-Trasse auch intakte Häuser abgerissen wurden. Ob das immer zwingend war, möchte ich bezweifeln, aber die führenden Funktionäre in Staat und Partei (auch der verdiente OB Fritz Krause) gingen davon aus, das Wohnungsbauprogramm wird alle Probleme lösen. Da brauchten sie auf die Altbausubstanz keine große Rücksicht zu nehmen, zumal mit dem Abriss oftmals nur Privateigentum vernichtet wurde." So wurden in der Luckauer Straße bis auf ein Haus, die ganze östliche Straßenzeile abgerissen. "Und das Gebäude des kirchlichen Kindergartens am Lutherstift gleich mit. Dafür räumte die Volksarmee das einstige Gemeindehaus der Gemeinde Sankt Gertraud in der Puschkinstraße für einen kirchlichen Kindergarten. Die NVA hatte es um 1955 von den Sowjets übernommen und rechtswidrig genutzt."
Horst Mennigke, der 51 Jahre in Beresinchen lebte und arbeitete, findet es verwerflich, dass man noch heute die Bezeichnung Altberesinchen für diesen historischen Stadtteil benutzt. "Die Bezeichnung sollte sicher die Rückständigkeit dieses Gebietes unterstreichen. Bis zur Wende wurde dort auch nichts umgestaltet, nichts erneuert oder umgebaut. Damals sah das Viertel wie von einem Krieg in Mitleidenschaft gezogenes Stadtgebiet aus."