Bei Workshops zu Themen wie Tourismus, gemeinsame Dachmarke, künftige Projekte und Öffentlicher Personennahverkehr tauschten sich Vertreter beider Städte aus. Beim ÖPNV-Workshop kündigte Andreas Rein, zuständiger Projektmanager einen gemeinsamen Nahverkehrsplan für Frankfurt und Slubice an. Für Frankfurt gibt es einen solchen Plan seit Jahren. "Es ist Zeit, dass wir ihn auf Slubice ausdehnen", sagte Rein. Das Thema solle bei der Sitzung des Nahverkehrsbeirats in der kommenden Woche besprochen werden, in dem neben den Stadtverwaltungen auch Vertreter der Universität mitarbeiten. Der Erfolg des grenzüberschreitenden Busses bestärke die Verwaltung in ihrem Vorhaben, sagte Rein. Das Papier soll dann auch in beiden Stadtverordnetenversammlungen beraten werden.
Zugleich warb Rein um Geduld. "Wir wollen uns das Ganze jetzt ein Jahr ansehen", beantwortete er die Frage des Frankfurter Stadtverordneten Josef Lenden nach einer Erweiterung der grenzüberschreitenden Linie. "Wir werden in Ruhe diskutieren, was am sinnvollsten und am wirtschaftlichen ist", sagte Rein. "Wir werden ad hoc keine Korrekturen vornehmen."
Die neue Buslinie durch Slubice soll Anna Ginter zufolge von der polnischen Firma Transhand bedient werden. Demnach müssen Fahrgäste vorerst beim Umsteigen von diesen in den Frankfurt-Slubicer Bus - angeboten von der Frankfurter Stadtverkehrsgesellschaft - einen neuen Fahrschein lösen.
Führen soll die Slubicer Linie von der ul. Grzybowy im Norden vorbei am Heldenplatz und dem großen Basar zur Sonderwirtschaftszone im Südosten Slubices. Am Heldenplatz, am Supermarkt Intermarche und an der Haltestelle al. Niepodleglosci können Fahrgäste umsteigen, wie Anna Ginter ankündigte. In Slubice sei schon jetzt viel Zuspruch für den bereits fahrenden Bus zu hören. "Die Leute sagen ,Endlich haben wir so eine Buslinie'", berichtete sie und regte zugleich weiterführende Diskussionen an. Die Frage sei doch, ob die Linie 983 nicht tatsächlich erweitert werden könne. Für die polnische Seite vorstellbar sei auch eine Erweiterung des Gebietes des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB) auf den Landkreis Slubice oder auf das der Euroregion Viadrina. Innerhalb des VBB können Reisende mit einem Fahrschein von A nach B gelangen und müssen nicht bei verschiedenen Anbietern nachlösen. So erhält die Stadtverkehrsgesellschaft auch anteilig Geld von der Deutschen Bahn für Fahrgäste, die nach dem Regionalexpress in Bus oder Straßenbahn umsteigen.