Zum offiziellen Teil der Stiftungsfeierlichkeiten begrüßten das Frankfurter Staatsorchester, der Akademische Chor und die Viaphoniker die Feierlaunigen mit einem optimistischen "Halleluja". Danach war es Viadrina-Präsidentin Gesine Schwan, die zu den 200 Anwesenden sprach. Nach den langen Kämpfen um die Stiftungs-Uni zeigte sie sich hoch erfreut und betonte, der neue Status stehe vor allem unter dem Motto "Mehr können, mehr entscheiden". Auch im Bereich Studiengebühren werde es also mehr Autonomie geben. Eine Hoffnung, die vor allem von den Studenten im Saal mit großem Applaus bedacht wurde.
Nach vielen Danksagungen, Spendenübergaben und einer Diskussion zum Thema "Wozu Stiftungsuniversitäten?" riss dann ein ganz besonderer Spezialist das Wort an sich. Mit einem kleinen Abriss der Fußballgeschichte über die 68er bis zu Schiller und Goethe lockerte Kabarettist Johannes Heesch als Fußball-Experte Günther Netzer die offizielle Stimmung auf. Sein Appell für die Zukunft der Viadrina: "Ich fordere eine sehr enge Vernetzerung der zwei schönsten Sachen der Welt - Fußball und Wissenschaft."
Dass Sport und Wissenschaft miteinander einher gehen, zeigte sich gleich am Nachmittag: Rund 70 Frankfurter, Studenten und Professoren beteiligten sich an der quer durchs Stadtzentrum führenden Rallye "Die Stiftung läuft". Unter ihnen auch Gesine Schwan. Mit 65 Jahren wisse sie zwar nicht, wie weit sie komme, aber "mir macht das Spaß, unkonventionelle Sachen mitzumachen", so die Präsidentin. Und beim Stiftungsfest gehöre sich das schließlich. Das fand auch Matthias Drechsler. "Ich laufe mit, weil ich die Solidarität mit der Stiftungs-Universität zeigen will", sagte der 23-jährige. "Ich habe das Gefühl, dass es mit der Uni aufwärts geht, aber das wird sich ja zeigen." Auch seine Mitläuferin Dorothea Böhme (23) ist von dem neuen Konzept begeistert: "Die Stiftungs-Uni bietet viele Möglichkeiten für Innovation, Forschung und für die Studenten erst recht."
Deshalb war es beim Lauf auch egal, wer Erster im Ziel ist. "Denn hier sind alle Sieger", verkündete Dietmar Riedel, Hochschulsportkoordinator der Viadrina. Siegessicher liefen die Teilnehmer so die kilometerlangen Strecken durch Frankfurt nach dem Motto der Präsidentin "Ein Stiftungstag muss lustig sein und uns in allen Extremen fordern!" Und wer nach der Rallye immer noch genug Puste hatte, der tobte sich am Abend bei der AStA-Fete "Nacht der Begegnung" aus. Mancher ging so mit Muskelkater ins neue Stiftungs-Dasein.
Alle Bilder des Festtages finden Sie unter www.moz.de.