Eigentlich sollte sie am 7. November steigen – Sven van Dyks Dankeschön-Eierlikörparty. Die hatte der Organisator der Masken-Nähaktion in Lebus und Frankfurt (Oder) nach dem ersten Lockdown im Frühjahr „seinen“ Näherinnen versprochen. Am Sonntagnachmittag gab es im Begegnungsraum an der Lebuser Kirche nun eine ziemlich spontane Eierlikörparty im Miniformat.

Mini-Party ohne Programm

„Wir ziehen das jetzt vor dem zweiten Lockdown noch schnell durch“, sagt Sven van Dyk. Er hat die Veranstaltung dem Gesundheitsamt in Seelow angezeigt und alle nötigen Vorkehrungen getroffen: Die Tafel im Begegnungsraum ist so gedeckt, dass der Mindestabstand zwischen den Gästen gewahrt ist. Alle müssen bis zum Platz einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Vor der Tür steht Desinfektionsmittel für die Hände. Und schließlich war der Landkreis Märkisch-Oderland am Sonntag als einziger im Land noch kein Risikogebiet.
„Wir hatten so ein tolles Programm vorbereitet – das nun ausfallen muss“, bedauert van Dyk. Der Obermeister der Maler- und Lackiererinnung Oderland und Lebuser Stadtverordnete hatte seine Kontakte spielen lassen: Die Frankfurter Fanfarengarde und drei Schauspielerinnen hatten ebenso wie das Trommel-Ensemble der Lebuser Burgschule zugesagt, die Eierlikörparty mitzugestalten, die unter Zeltdächern auf dem Lebuser Kirchhof stattfinden sollte.

Auch zwei Männer nähten

Zur kleinen Ersatzvariante begrüßte Sven van Dyk am Sonntag 14 der insgesamt rund 30 an der großangelegten Näh-Aktion beteiligten Lebuserinnen und Lebuser sowie Frankfurter. Zwei Männer waren dabei, Raumausstatter Uwe Ahlert und Sattlermeister Guido Perlwitz. Auch sie hatten Masken genäht.
In einer Situation, in der die dringend benötigten Schutzmasken Mangelware waren, hätten die Lebuser und Frankfurter, die seinem Aufruf gefolgt waren, „Solidarität und Nächstenliebe gezeigt“, sagte Sven van Dyk. Die Näherinnen und Näher haben rund 5000 Stoffmasken für Mitarbeiter und Bewohner Frankfurter Pflegeeinrichtungen und Sozialstationen genäht, resümierte der Organisator dankbar. Zudem wurden Spenden für den ASB-Wünschewagen gesammelt – insgesamt 1000 Euro.

Dank von Wichern und AWO

Van Dyk erinnerte in seiner kleinen Dankesrede daran, wie viele Menschen aus seiner Heimatstadt Lebus und ihren Ortsteilen Mallnow und Schönfließ, aus der Kirchengemeinde Frankfurt-Lebus, aus Handwerksbetrieben und mehr sich an der Aktion beteiligt haben. „Binnen kürzester Zeit haben wir eine Liefer- und Produktionskette geschaffen“, sagte der Gastgeber stolz.
Für die Wichern Diakonie, deren Hilferuf die Näh- und Spendenaktion ausgelöst hatte, dankte Sabrina Nielen, für den AWO-Bezirksverband Mandy Timm dem Initiator Sven van Dyk und allen Helfern aufs Herzlichste. Van Dyk habe „in einer Zeit, in der du wohl selbst nicht genau wusstest, wie es in deiner Firma weiter geht“, diese Aktion ins Leben gerufen und war ihr Motor, lobte Sabrina Nielen.

Würdigung durch die Volkssolidarität

Diana Schatz vom Verbandsbereich Oderland der Volkssolidarität nutzte den Rahmen, um sechs Lebuserinnen für ihr besonderes ehrenamtliches Engagement die Ehrenurkunde des Landesverbandes zu überreichen: Heiderose Mankwitz, Monika Brandt, Christel Schulz, Margrit Ahlert, Ingrid Blankenfeld und Marlies Gersdorf. Angestoßen wurde mit Eierlikör.