Mittlerweile zum 20. Mal wird der Sportschule der Titel "Eliteschule des Sports" verliehen. Frankfurt beherbergt damit einen der bundesweit 39 Standorte dieser Art. "Wir sind natürlich sehr stolz über diese erneute Auszeichnung und hoffen, weiterhin viele erfolgreiche Sportler auszubilden", sagte Schulleiter Jens Herrmann bei der feierlichen Übergabe am Mittwoch, die im Rahmen der Talentiade in der Brandenburg-Halle stattfand. Er erhielt von Gil Pönitzsch, Direktor der Direktion Ost der Sparkasse Oder-Spree, außerdem einen symbolischen Scheck über 7000 Euro. Das zweckgebundene Geld soll unter anderem zur Verbesserung der sportlichen Rahmenbedingungen eingesetzt werden. "Wir wollen es vor allem für die Mobilität der Sportler einsetzen, also beispielsweise für die Finanzierung von Kleinbussen, mit denen sie zu den Wettkämpfen gebracht werden", berichtete der Schulleiter.
Sparkassen-Direktor Pönitzsch lobte die geleistete Arbeit an der Sportschule: "Es ist wirklich eine großartige Leistung, dass die Schule zum zwanzigsten Mal ihren Titel verteidigt. Der Spitzensport hat in Frankfurt eine lange Tradition und wird auf diese Weise weiter gefördert", erklärte er und verwies auch auf die Förderung der Sparkasse, die allein im vergangenen Jahr 300 000 Euro betrug.
Auch Wilfried Lausch, Leiter des Olympiastützpunktes Brandenburg, freute sich über die Auszeichnung und nahm darüber hinaus noch eine weitere Ehrung vor. Nachwuchs-Gewichtheber Jon Luke Mau wurde mit dem Titel "Eliteschüler des Sports 2017" ausgezeichnet. "Das hat mich schon sehr überrascht und ist eine große Ehre für mich", sagte der 19-Jährige, der seit 2012 die Frankfurter Sportschule besucht und in diesem Jahr sein Abitur ablegt. In den vergangenen Jahren habe er zu den vor ihm ausgezeichneten Schülern voller Bewunderung aufgeschaut. "Und nun stehe ich selber hier, Wahnsinn! Es ist wirklich eine tolle Sache, von der Sportschule ausgezeichnet zu werden. Die Bedingungen hier sind für uns Sportler optimal, man nimmt Rücksicht auf unsere Wettkämpfe und so lässt sich Schule und Leistungssport gut unter einen Hut bringen", sagte Mau.
Der gebürtige Schwedter gewann im Vorjahr bei den Jugend-Weltmeisterschaften in Tokio Bronze in seiner Paradedisziplin Stoßen. Bei den Jugend-Europameisterschaften in Tirana belegte er 2017 einen 2. und 3. Platz. "Er hat sich an der Sportschule hervorragend entwickelt und wir drücken natürlich die Daumen, dass er weiter seinen erfolgreichen Weg geht", sagte Lausch, der dem jungen Gewichtheber neben einer Urkunde auch einen Gutschein für einen Besuch der Leichtathletik-EM im August in Berlin überreichte. "Diesen Preis finde ich richtig gut. Ich komme ja quasi aus der Leichtathletik, da ich vor dem Gewichtheben in der Laufgruppe ,Schwedter Hasen' war. Außerdem freue ich mich, in Berlin die Ausgezeichneten der anderen Sportschulen kennenzulernen", erzählte Jon Luke Mau.
Als großes Ziel nennt der Nachwuchsathlet die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2020 oder 2024. Dass dies nicht unrealistisch ist, bestätigte auch sein Trainer Detlef Blasche. "Vom sportlichen Talent und von seiner Leistungsentwicklung hat Jon das Zeug dazu. Ein Problem ist aber die in diesem Frühjahr geplante Neueinteilung der Gewichtsklasse. Derzeit gibt es acht Klassen, diese sollen aber auf zehn erhöht werden. Und bei Olympia soll es wiederum nur sieben Gewichtsklassen geben, was zu einem großen Kuddelmuddel bei der Qualifikation führen könnte", befürchtet Blasche.
Momentan geht Mau bei den Gewichthebern bis 62 Kilogramm an den Start. In diesem Jahr kann er letztmalig bei den Junioren starten. Die Nachwuchs-Weltmeisterschaften werden im Juli in Usbekistan ausgetragen, Ende Oktober finden in Spanien die Junioren-Europameisterschaften statt. Zu beiden Wettkämpfen reist der "Eliteschüler des Sports" mit berechtigten Medaillen-Hoffnungen.