Den Vorschlag beim LSB in Potsdam eingereicht hat Annett Walter. Die Leiterin der Abteilung Schwimmen beim Eisenbahnersportverein erklärt: "Christiane Windmüller übt das Ehrenamt aus, wie man es sich vorstellt. Sie ist immer bereit zu helfen, wenn Not am Mann ist. Sie koordiniert viel in Eigenregie und gerade ihre Arbeit mit den jungen Kindern ist sehr zeitintensiv."
Christiane Windmüller hat sich über die Auszeichnung riesig gefreut. "Ich sehe sie auch stellvertretend für die vielen ehrenamtlichen Trainerkollegen. Aus meiner Sicht kommt das Ehrenamt einfach zu kurz, aber ohne würde vieles in den Vereinen nicht mehr laufen. Viele Eltern wissen gar nicht, dass wir die Schwimm-Kurse nur nebenbei machen", sagt Christiane Windmüller, die neben neben einem Preisgeld für ihren Verein auch einen Pokal erhielt, der nun einen Ehrenplatz in ihrem Büro besitzt.
Seit mittlerweile zehn Jahren engagiert sie sich beim ESV Frankfurt. "Meine Tochter Isa sollte 2007 Schwimmen lernen, da landeten wir beim Seepferdchenkurs des ESV. Und als ich drei Jahre später meine Mithilfe anbot, wurde ich schnell gebraucht und als Übungsleiterin bei den Kleinsten eingesetzt", erinnert sie sich. Dort ist sie bis heute geblieben, hilft außerdem bei der Koordination der Vereinsarbeit, teilt die Kurse ein und muss auch mal Eltern vertrösten, deren Kind kein Platz mehr im gewünschten Kurs bekommen hat.
"Mit vier Jahren kann man bei uns mit dem Schwimmenlernen anfangen. Da stehen dann vor allem Atem- und Springübungen sowie Tauchen und Motorik im Vordergrund. Manchen Kindern müssen wir auch erst einmal die Angst vor dem Wasser nehmen. Ansonsten viel gut zureden, loben und bei Laune halten", beschreibt sie ihre Aufgabe. Jeweils acht bis zehn Kinder werden dabei von zwei bis drei Trainern betreut – am Anfang im Kinderbecken in der Schwimmhalle Rathenaustraße, nach einem halben Jahr geht es dann in die Halle an der Kieler Straße. "Dort müssen die Kinder dann schwimmen, weil sie nicht mehr stehen können. Manche brauchen aber einfach länger, da sind wir flexibel. Der Spaß steht bei uns auf alle Fälle im Vordergrund."
Aktuell gibt es das Kleinkind-Schwimmen für Dreijährige sowie je vier Anfänger- und Fortgeschrittenen-Kurse. Die Kurse starten immer mit Schuljahresbeginn. Bedingt durch die Corona-Krise war in den vergangenen Monaten auch hier kein Training möglich. "Wir verschieben unsere Kurse um ein halbes Jahr. Abgesehen davon haben wir Wartelisten. Der Bedarf ist da, wir könnten noch mehr Kurse anbieten", sagt die Frankfurterin, die im öffentlichen Dienst arbeitet.

Start im Kindergartenalter

Sie selbst hat mit dem Schwimmen bereits im Kindergartenalter begonnen. In ihrem Heimatort Finkenheerd, wo es zu dieser Zeit noch eine Schwimmhalle am Kraftwerk gab, wurde sie schnell eine erfolgreiche Athletin, durfte sogar bei den dort trainierenden Dynamo-Sportlern mitschwimmen. Doch trotz Talent fiel die Entscheidung gegen die Sportschule. Vor 25 Jahren zog sie nach Frankfurt und steigt bei Wettkämpfen längst nicht mehr ins Becken. "Ich habe nie eine Lizenz gehabt, schwimme jetzt nur noch aus Spaß und Freude an der Bewegung."
Und dies auch lieber in der Schwimmhalle als im See. "Klar, gehe ich auch mal gerne im Sommer in den Helenesee zum Plantschen. Aber da gibt es Fische und Schlingpflanzen, daher bin ich froh, wenn ich wieder draußen bin. Wir sind einfach Beckenschwimmer und brauchen auch diesen Chlorgeruch", sagt Christiane Windmüller mit einem Lächeln.

Sportsympathie-Preis des Landessportbundes


Beim Ehrenamtswettbewerb "Sportsympathiegewinner" werden jedes Jahr durch den Landessportbund 20 verdienstvolle Helfer im Land zu Siegern gekürt, die mit ihrem Engagement auch andere mitreißen und ihre Aufgabe und den Sport sowie ihren Verein über sich selbst stellen. Dafür wählt eine Jury aus einem Pool an Vorschlägen aus, der durch die Nominierungen der Brandenburger Vereine gefüllt wird. red