Seit vielen Jahren sei bekannt, dass die Sulfatfrachten am Wasserwerk Briesen sehr hoch sind und teilweise 120 Milligramm pro Liter betragen, monierte Sabine Niels im Landtag. Auch im Wasserwerk Friedrichshagen in Berlin habe man mit sehr hohen Sulfatwerten zu tun. Ab und an seien die Berliner schon gar nicht mehr vom Wasserwerk Friedrichshagen versorgt worden, berichtete Niels, als es um die zunehmende Verockerung der Spree ging.
Gerd Weber, Geschäftsführer der Frankfurter Wasser- und Abwassergesellschaft mbH (FWA), bestreitet gar nicht, dass die Sulfatwerte im Frankfurter Trinkwasser hoch sind, betont aber, dass sie unter dem zulässigen Grenzwert liegen. Der betrage 250 Milligramm je Liter. In der Spree Höhe Briesen sei zuletzt ein Wert von 206 Milligramm je Liter gemessen worden, im Frankfurter Trinkwasser lag er Weber zufolge bei 154 Milligramm je Liter.
Dass der Wert niedriger ist, lässt sich nach Worten des Geschäftsführers damit begründen, dass das Spreewasser erstens gefiltert und zweitens mit Grundwasser verdünnt wird, bevor es in die Wasserleitung von Frankfurt, Müllrose, Biegen, Pillgram, Jacobsdorf, Petersdorf und Sieversdorf kommt. "Wir sind nicht froh über die Sulfatwerte", sagt Weber, verweist aber auch darauf, dass sie wie das Trinkwasser überhaupt ständig kontrolliert würden. So seien die Werte auch regelmäßiges Thema in der FWA-Dienstberatung.
Langfristig könne Experten zufolge mit einem Sinken der Sulfatbelastung gerechnet werden, berichtet Weber. Die Landesregierung hat auf eine Kleine Anfrage von Bündnis 90/ Grüne geantwortet, für den größten Teil der Sulfatbelastung in der Spree scheine der aktive Tagebau Nochten verantwortlich zu sein, während das Eisen, das die Verockerung auslöst, größtenteils aus dem Wiederanstieg des Grundwassers im Bereich der stillgelegten Tagebaue stamme."Beide Stoffe sind in höheren Konzentrationen schädlich", räumt die Regierung ein.