Von einer „Doppelstrategie“ sprach der Beigeordnete Markus Derling (CDU). Einerseits solle mit dem Bus ab November „ein erlebbares Angebot für grenzüberscheitenden Öffentlichen Personennahverkehr“ geschaffen werden und andererseits mittelfristig das Projekt Straßenbahn aktiv weiterverfolgt werden. Entscheidend sei für Frankfurt, dass keine zusätzlichen städtischen Zuschüsse für den defizitären Nahverkehr aufgebracht werden müssen. „Ich möchte auf keinen Fall, dass die Frankfurter durch Slubice noch mehr dazuzahlen“, sagte der Bürgermeister der Nachbarstadt, Tomasz Ciszewicz, im Verlauf der Diskussion. Derling sprach davon, dass erst eine Investitionsentscheidung fallen werde, wenn Klarheit über die Förderung der Trasse bestehe. Er bekannte aber auch, inzwischen kein Gegner des Straßenbahnprojektes zu sein. Seit der Bürgerbefragung 2007, die gegen die Tram ausfiel, habe sich einiges getan in Frankfurt. So erzielten hiesige Einzelhändler inzwischen einen großen Teil ihres Umsatzes durch Kunden aus Polen.
Die Gutachter – an der Studie waren vier Ingenieurbüros beteiligt – gehen davon aus, dass sich mit der Strecke zum Slubicer Heldenplatz (pl. Bohaterow) täglich um die 3200 Fahrgäste zusätzlich gewinnen ließen. Den Planungen zufolge müsste von der Karl-Marx-Straße an eine 
1,7 Kilometer lange Strecke neu gebaut werden. Die Investitionskosten sind mit 10,7 Millionen Euro veranschlagt.
Dabei hoffen die Städte auf eine hohe Förderung durch die Europäische Union. Ciszewicz regte an, auch Polens und Deutschlands Regierung einzubeziehen. „Das ist ein Projekt, dass sich die Regierungen leisten sollten“, sagte er. Es sei international und beispielgebend an der deutsch-polnischen Grenze. Zugleich betonte Ciszewicz, er könne ohne Bürgerbeteiligung nicht entscheiden, ob ein Bus oder die Straßenbahn fahren solle. Er hatte bereits im Frühjahr geäußert, er strebe ein Referendum zu dieser Frage an. Der Bürgermeister bekannte sich grundsätzlich jedoch zum grenzüberschreitenden ÖPNV. „Sollte das Projekt scheitern, wird jeder individuell eine Lösung suchen müssen. Aber das ist nicht meine Vorstellung.“ Im Gegensatz zu Frankfurt verfügt Slubice bislang nicht über ein ÖPNV-System.
Für eine Buslinie würden nach Derlings Worten jährlich 25 000 bis 50 000 Euro Zuschuss gebraucht. Beim Bau der Straßenbahnverbindung rechnen die Planer dagegen mit einem positiven Ergebnis, vorausgesetzt, es fließen Fördermittel. Zudem wird bei der Stadtverkehrsgesellschaft, die als Betreiber vorgesehen ist, davon ausgegangen, dass eine Straßenbahn in kürzeren Taktzeiten führe als ein Bus und durch ihre Größe ohnehin mehr Fahrgäste transportieren könnte. SVF-Geschäftsführer Michael Ebermann ergänzte, dass inzwischen – anders als früher erwogen – von einem Erhalt der Linie 1 bis zur Lebuser Vorstadt ausgegangen werde.
Derling zufolge sollen sich als nächstes beide Städte über das Betreiberkonzept für den Bus abstimmen. Dann müssten weitere rechtliche Fragen geklärt und mit der Studentenschaft über einen Aufschlag auf das Semesterticket – die Rede ist von 5 Euro – verhandelt werden. Für Oktober wird eine gemeinsame Stadtverordnetenversammlung angestrebt.
Die Bürgerinitiative „Pro Tram“ verlangt indes einen zügigen Bau der Straßenbahntrasse. Die Verantwortlichen in Frankfurt und Slubice müssten dazu die Förderanträge vorbereiten.