In Frankfurts neue Stadtverordnetenversammlung (SVV) ziehen 32 neue Mitglieder ein, allerdings nur zehn Frauen. Mit 22,8 Prozent der Stimmen und damit zehn Sitzen bleibt trotz deutlicher Verluste  (minus 7,7 Prozent und vier Sitze) die Linke stärkste politische Kraft in der SVV. Trotz des schwächsten Abschneidens für die Linken seit 1990, liegen sie in allen kreisfreien Städten und Landkreisen nur in Frankfurt auf Platz eins.
Ein Kopf-an-Kopf-Rennen lieferten sich die CDU und AfD. Lag vor der Auszählung der drei Briefwahlbezirke die AfD knapp vorn, setzte sich dann die CDU mit 19,9 Prozent und neun Sitzen (minus 3,7 Prozent) knapp vor der AfD mit 18,8 Prozent und neun Sitzen (plus 7,2 Prozent) ab. Mit 10,3 Prozent und fünf Sitzen (minus 8,4 Prozent) erreichte die Talfahrt der SPD  einen neuen Tiefpunkt. Dagegen konnte die Listenvereinigung Grüne/BI Stadtentwicklung den Stimmenanteil auf 12,0 Prozent und sechs Sitze fast verdoppeln.
Wieder in Fraktionsstärke mit 5 Prozent und zwei Sitzen zieht die FDP in die SVV ein. Dagegen verpassten die Piraten mit 1,0 Prozent einen Sitz. Ebenfalls in Fraktionsstärke mit 3,6 Prozent und zwei Sitzen sind sowohl Die PARTEI als auch die Frankfurter-Bürger-Initiative (FBI) mit 3,7 Prozent und zwei Mandaten vertreten. Während der klare Einzug der PARTEI  eine Überraschung ist, hatte sich die FBI deutlich mehr erhofft. Die BI Stadtumbau erzielte ein Mandat.
Als fahrlässig und verantwortungslos gegenüber der Stadt bezeichnet OB René Wilke (Linke), dass  etwa 19 Prozent der Wähler den Mangel an konkretem Engagement, ernstzunehmenden Ideen sowie das schwache Wahlprogramm der AfD belohnen. "Für die AfD gilt, dass sie nun endlich mal liefern muss", betont Wilke. Für die Stadtverwaltung bedeute dieses Ergebnis, dass "wir weiter an der Lösung der zahlreichen realen Probleme arbeiten werden." Mit Sorge betrachte er, dass einige Bevölkerungsteile kaum noch in den offenen, toleranten Dialog miteinander treten, sondern vielmehr in Selbstbestätigungsblasen verharren. Eine sich verfestigende Spaltung der Stadtgesellschaft zu verhindern, ist und bleibt eine der wichtigsten Aufgaben", betont Wilke.
Linken-Kreischef Jan Augustyniak kündigt an: "Als stärkste Fraktion werden wir erneut Wolfgang Neumann als Stadtverordnetenvorsitzenden vorschlagen." Ihn und andere habe am Wahlabend der "singende Einmarsch von AfD-Vertretern mit Deutschlandfahne und Deutschlandlied" in die Rathaushalle irritiert. Die AfD-Stadtvertreter müssten nun beweisen, wie sie Kommunalpolitik konkret gestalten wollen.
CDU-Kreischef Michael Möckel sieht das Wahlziel seiner Partei, stärkste Fraktion in der SVV zu werden, nicht erreicht. Er plädiert für einen konstruktiven Umgang mit der erstarkten AfD und warnt vor einem Wettstreit um populistische Forderungen. Trotz des desaströsen Ergebnisses der SPD will der Unterbezirkschef Jens-Marcel Ullrich weiter "Kapitän" bleiben. "In diesem Wahlergebnis rächt sich, dass die Landesregierung jahrelang keinen Blick für die Probleme Frankfurts hatte", weist er Kritik an der eigenen Arbeit zurück. Die AfD sieht er vor dem Alltagstest: "Konkrete Arbeit in der SVV wird zeigen: Wer löst und wer benennt nur Probleme."