In das Festjahr zu 25 Jahren Europa-Universität startet die Viadrina mit stabilen Studierendenzahlen und einem Rekord bei der Internationalität. Wie Universitätspräsident Alexander Wöll am Montagvormittag verkündete, sind derzeit 6290 Studierende eingeschrieben, das sei eine stabile Zahl. Weiterhin kommt ein Viertel von ihnen aus dem Ausland, vor allem polnische, türkischstämmige und ukrainische Studierende bilden einen Schwerpunkt.
"Einen Rekord können wir bei den Gaststudenten verzeichnen, die von Partneruniversitäten kommen und zeitweise bei uns studieren", berichtete Wöll. Von ihnen kommen in dem jetzt beginnenden Sommersemester 440 an die Viadrina. Ihnen stehen 450 gegenüber, die von der Europa-Universität für ein Semester an eine ausländische Partner-Uni wechseln. "Das ist ein Idealwert. Dass sich beide Zahlen so die Waage halten, wird an kaum einer anderen Universität erreicht", so Wöll.
Die Gründung der neuen Viadrina im Jahr 1991 soll in diesem Jahr ausgiebig gefeiert werden. Den Anfang macht ein Festakt im Juli, zu dem sich zahlreiche an der Gründung Beteiligte angesagt haben. Bis zur Semestereröffnung 2017/18 soll es immer wieder Veranstaltungshöhepunkte geben. Dann wird daran erinnert, dass sich 1992 die ersten 460 Studenten eingeschrieben hatten, im Jahr darauf waren es schon 1100 Studenten.
Das Festprogramm wird derzeit unter erschwerten Bedingungen geplant. Grund dafür ist der Sparhaushalt, nach dem die Universität derzeit wirtschaftet. In den letzten Monaten des vergangenen Jahres hatte es eine Haushaltssperre gegeben, nachdem offensichtlich wurde, dass die Rücklagen aufgebraucht waren. "Das waren die schlimmsten drei Monate meines bisherigen Arbeitslebens", sagte Wöll am Montag rückblickend. Allerdings sei er nun zuversichtlich, dass Ende dieses Jahres die schwarze Null erreicht werden könne und spätestens bis 2018 auch die erforderlichen Rücklagen von zwei Millionen Euro wieder aufgebaut seien.
Um dies zu erreichen, müssen sowohl in der Verwaltung als auch in der kulturwissenschaftlichen Fakultät noch Stellen abgebaut werden. Claudia Weber, Vizepräsidentin für Forschung, betonte, dass die Sparmaßnahmen nicht zulasten der Studierenden gegangen seien.
Die Historikerin fasste außerdem zusammen, dass an der Viadrina im vergangenen Jahr 2,9 Millionen Euro Drittmittel eingeworben wurden. "Das ist eine über zehn Jahre gleichbleibende Summe auf beachtenswertem Niveau", sagte die Vizepräsidentin. Zwischen 2005 und 2015 konnten Forschungsprojekte auf diese Weise mit 31,4 Millionen Euro gefördert werden. Um die Zahl zu steigern, werden derzeit Vertreter großer Stiftungen eingeladen, um Forscher zu schulen und zu motivieren, Drittmittel-Anträge zu stellen, berichtete Claudia Weber. Workshops seien unter anderem mit der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Alexander von Humboldt-Stiftung und dem Goethe Institut geplant.
Zusätzlich zu den oben genannten Drittmitteln wurde eine größere Summe für den Forschungsschwerpunkt B/Orders in Motion (Grenzen/Ordnungen in Bewegung) eingeworben. Seit der Gründung des Zentrums vor zwei Jahren konnten 2,3 Millionen Euro akquiriert werden.
Neben dem 25-jährigen Bestehen der Universität feiert in diesem Jahr auch das Projekt Verbuendungshaus Fforst ein Jubiläum. Seit zehn Jahren leben mittlerweile Studenten und andere Bewohner in dem selbstverwalteten Plattenbau in der Forststraße. "Bei der Gründung hat wohl kaum jemand mit diesem langen Bestehen gerechnet", sagte Charlotte Ciesielski vom derzeitigen Vorstand des Projekts. Am 28. Mai werde man das mit Sektempfang, Ausstellung und Konzert feiern.