Noch könne kein fester Termin bestätigt werden, sagt Stadtsprecherin Vera Kubler. Die Vertragsverhandlungen zur Einführung der neuen Buslinie zwischen Frankfurt und Slubice befänden sich aber auf der Zielgeraden. "Die Gespräche haben eine gewisse Verbindlichkeit erreicht, beide Seiten wollen den Ball jetzt ins Tor schießen", sagt Markus Derling (CDU), Dezernent für Stadtentwicklung.
Auf einen konkreten Termin will sich auch Michael Ebermann, Geschäftsführer der Stadtverkehrsgesellschaft, nicht festlegen. "Nach meiner Einschätzung wird die Buslinie irgendwann in der ersten Dezember-Hälfte starten." Als am besten geeignet sieht Ebermann den 9. Dezember. An diesem Tag werden mit der bundesweiten Fahrplanänderung auch die Fahrpläne der SVF aktualisiert. "Es würde wenig Sinn machen, für die Buslinie einen Fahrplan für acht Tage zu erstellen, der an das restliche Netz angepasst und am 9. Dezember wieder verändert werden müsste." Entscheidend sei, dass zum jetzigen Zeitpunkt die Genehmigungen des Landes vorliegen und die wesentlichen Vertragsbestandteile verhandelt seien. Nun müsse noch Slubice zustimmen.
Scheitern kann das Vertragswerk auch immer noch an der Studentenvertretung der Viadrina. Vorgesehen ist, dass jeder Student fünf Euro mehr für das Semester-Ticket zahlt. "Das wären insgesamt 60 000 Euro im Jahr", rechnet Kai Goll, Referent im Allgemeinen Studentischen Ausschuss (AStA), vor. Aus dem Studentenparlament gebe es aber einen Beschluss, wonach erst verhandelt werde, wenn die Straßenbahn nach Slubice "absehbar" sei. "Laut Wirtschaftlichkeitsprognose soll die Linie 130 000 Euro kosten, es wird mit Umsatzerlösen von 34 000 bis 80 000 Euro gerechnet", sagt Goll. Es könne nicht sein, dass die Studentenschaft auf Dauer einen "defizitären Bus finanziert".
Ebermann will dem Entschluss des Studentenparlaments, das Mitte November darüber befindet, nicht vorgreifen, versteht aber nicht, warum die Studenten nicht wie alle anderen auch für diese Fahrten bezahlen sollen, zumal mit Vertragsabschluss für Slubice auch die Tarife des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg gelten sollen. Er hoffe, dass sich die Studierenden an ihre 2008 und 2009 gemachten Aussagen halten, den Preis für das Semesterticket zu erhöhen, wenn es zu einem grenzüberschreitenden ÖPNV komme. Nicht zuletzt auch, weil sein Unternehmen nach wie vor die Doppelstrategie Bus und Tram verfolge. Er gehe davon aus, "dass weiter alle Möglichkeiten für eine Förderung des Straßenbahnprojekts durch die EU in der Förderperiode von 2014 bis 2020 geprüft werden. Das ist doch ein deutliches Zeichen an die Studenten."
Die Konzession für die Buslinie läuft bis 30. September 2017. Der Bus soll zwischen 5 und 8 Uhr halbstündig und danach bis 22 Uhr im Stundentakt verkehren und fährt vom Bahnhof über das Zentrum und die Viadrina, den Brunnenplatz und das Collegium Polonicum zu den Studentenwohnheimen und dem Sitz der Verwaltung in Slubice.
Linksabbieger: Noch in diesem Jahr sollen die Busse auf der Karl-Marx-Straße nicht nur in die Rosa-Luxemburg-Straße, sondern auch in Richtung Stadtbrücke abbiegen. Der Starttermin steht noch immer nicht fest.Foto: Michael Benk
Vertragsverhandlungen weit fortgeschritten / Termin 1. Dezember wahrscheinlich nicht zu halten / AStA muss noch zustimmen