„Ganz normal, alles im Plan“, ist das nüchterne Fazit, das Projektleiter Wolfgang Worf von der Stadtverkehrsgesellschaft am Vormittag nach den Aufsehen erregenden Bauarbeiten zieht. Man habe alle Arbeiten geschafft, die eine Vollsperrung der Autobahn nötig machen, sagte er. Das war nur aufgrund eingebauter Puffer im Zeitplan möglich, da das einsetzen der fünf fast 40 Meter langen Träger länger dauerte als gedacht. „Wir hatten für jeden eine Stunde eingeplant, gedauert hat es dann fast zwei“, berichtete Worf im Nachgang.
Trotz allem habe man es noch vor Aufhebung der Sperrung geschafft, die Brücke derart abzusichern, dass nun auch bei fließendem Verkehr darauf weitergearbeitet werden kann. „Es liegen ja erstmal nur die Träger, die Brücke wird erst in den kommenden Monaten fertig gestellt“, verdeutlicht der Projektleiter. Dafür wird nun die Betonfahrbahn als Untergrund gegossen. Auf diesen kommt später das Gleisbett. „Es ist noch ein Haufen Arbeit, aber die Jahreszeit ist günstig“, betont der Ingenieur. Anders als etwa in der Kopernikusstraße, wo die Arbeiten im Winter andauerten, will die Stadtverkehrsgesellschaft die Arbeiten an der Brücke über die Autobahn vor Wintereinbruch fertiggestellt haben.
Parallel wird der Gleisverlauf vor und hinter der Brücke erneuert. Da die Brücke einige Zentimeter höher ansteigen wird als die bisherige, muss auch auf den dorthin führenden Streckenabschnitten das Niveau allmählich angehoben werden. Die neue Brücke wird eine Durchfahrtshöhe von 4,70 Meter haben, vor dem Abriss waren es 4,60. Diese Höhe entsprach nicht den Vorgaben, dem sogenannten Lichtraumprofil.
Bevor im Dezember die Linie 4 wieder im regelmäßigen Takt über die Brücke fahren kann ist eine sogenannte Belastungsfahrt geplant. Eine vollbesetzte Straßenbahn wird dann zum ersten Mal die neue Brücke befahren. „Das ist heute eigentlich nicht mehr nötig, aber es ist eine schöne Gelegenheit, unseren Fahrgästen die Brücke zu zeigen“, so Worf.