Paula stammt wie ihr Bruder Paul, der nachwievor auf dem Storchenhof untergebracht ist, eigentlich aus einem Lossower Horst. Dort hatte sich Mitte April ein kleines Drama abgespielt. Das Muttertier war auf der B112 angefahren worden und nicht wieder aufgetaucht. Zwei Eier lagen da schon im Nest, ein drittes hatte die Störchin kurz nach dem Unfall abgelegt. Die Feuerwehr brachte es zu den anderen. Doch die Hoffnung, die Mutter würde wiederkommen, erfüllte sich nicht. Der Vater hütete die Eier zunächst allein. Wenig später kamen sie dann nach Loburg in einen Brutschrank, wo immerhin zwei Küken schlüpften.
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Auch Paul habe der Zugtrieb gepackt, sagt Antje Neumann. „Er ist im Gehege merklich unruhig und macht fleißig Flugübungen. Das sieht im Grunde auch gar nicht ungeschickt aus. Leider ist die Gefahr einer Kollision in Freiheit aber zu groß“, erläutert sie. Denn Paul kann deshalb nicht ausgewildert werden und tut sich mit dem Essen schwer, weil er scheinbar Augenprobleme hat. Hinzu komme, dass er bei der Nahrungssuche aufgrund der Augenprobleme erhebliche Probleme hätte, „weshalb wir nach wie vor eine Auswilderung für unverantwortlich halten“. Ein Dauerpflegeplatz sei noch nicht gefunden. Deshalb stehe er noch mit zwei Altstörchen zusammen im Gehege. Im Moment lerne er das Fressen aus dem Eimer, werde aber meist per Hand gefüttert, „weil es ihm natürlich leichter fällt, Futter aufzunehmen, das ihm direkt am Schnabel präsentiert wird“.
Pauls Schwester hat sich derweil auf den langen Storchenzug begeben. Antje Neumann fiebert mit: „Hoffen wir, dass Paula gut und sicher vorankommt und wir sie in zwei bis drei Jahren wiedersehen!“