Mit erlaubtem Tempo 35 nahm am Sonntag, kurz vor 16 Uhr, die mehr als 20 Tonnen schwere Niederflurbahn 304 der Stadtverkehrsgesellschaft die Kurve an der Birkenallee, Ecke Johann-Eichorn-Straße. Dann knirschte es. Der erste Wagen flog aus den Gleisen. Später entdeckten die Fachleute der SVF und der Kripo in den Gleisen Pflastersteine. Und ein faustdickes Hartholz, vermutlich ein Tischbein, von knapp 
50 Zentimetern Länge. Das Gleisbett wurde zerstört.
Innerhalb von einer Woche entgleisten in Neuberesinchen drei Straßenbahnen, zuletzt am Montag. „Jedesmal waren die Rillenschienen manipuliert“, informierte SVF-Verkehrsleiter Fred Bernau. Er hat Anzeige gegen unbekannt erstattet und ist froh, dass kein Fahrgast zu Schaden kam.
Die Kripo hat Dienstag wegen gefährlicher Eingriffe in den Schienen- und Straßenverkehr die Ermittlungen begonnen und sucht Zeugen.
Wie Wolfgang Berndt, Erster Polizei-Hauptkommissar und stellvertretender Wachenleiter, am Mittwoch berichtete, habe man eine etwa achtköpfige Clique von 
14- bis 17-Jährigen in Verdacht, die in Neuberesinchen zu Hause ist. „Sie sammeln aus den Abrisshäusern Holz und feiern am Lagerfeuer.“ Ob die Zerstörung eines hölzernen Pausentreffs der Lessingschüler an der Sabinusstraße im Herbst vorigen Jahres auch auf das Konto dieser Clique geht, wollte Berndt nicht bestätigen. Auf dem Hof der Lessingschule, bestätigte Direktor Ralf Unglaube, hätten Unbekannte schon mehrfach randaliert.
Die Polizei hofft, dass aufmerksame Anwohner mithelfen, diese Jugendgang auf frischer Tat zu erwischen. Auf deren Konto sollen auch Zerstörungen an parkenden Autos gehen.
Allein der Stadtverkehrsgesellschaft wurden im zurückliegenden Jahr durch Vandalismus Schäden in Höhe von 43 000 Euro zugefügt. Vor allem zerstörte Haltestellen gingen auf das Konto junger Randalierer.