Dabei begann der Wettkampftag mit einer Hiobsbotschaft. 90 Minuten vor dem ersten Start erhielt Einsatzleiter Karsten Bechly die Information, dass das Zeitmessungsteam aus Falkensee kurz vor Frankfurt auf der A10 in einem Stau steht. Ähnlich ging es Sportlern, die bis aus Nauen und Vehlefanz anreisten.
Der erfahrene Kampfrichter entschied, den Zeitplan zu ändern und die Sprints der U 8 vorzuziehen, die eine Handmessung zulassen. "Wir wollten mit den Hürdensprints beginnen. Da hier aber einige Athleten Normen für deutsche Meisterschaften erfüllen wollten, benötigten wir zwingend eine vollelektronische Zeitmessung, damit die Leistungen anerkannt werden", begründet Bechly. Die Änderungen führten auch dazu, dass die elfjährigen Mädchen beim Weitsprung zeitversetzt in zwei Gruppen antraten.
Das wohlgeordnete Chaos steckten die meisten Athleten gut weg. Für die besten Leistungen sorgten die Gastgeber selbst. Marius Sperling (U 20) trumpfte bei seinem ersten Wettkampf der neuen Freiluftsaison mit zwei Normerfüllungen für die Deutschen Jugendmeisterschaften auf. Über 110 m Hürden blieb die Uhr bei 14,71 s stehen, über 400 Meter Hürden bei 55,42 s. "Das Training lief über den Winter gut. Ich habe fest daran geglaubt, dass ich die Normen heute schaffe", zeigt sich der Abiturient selbstbewusst. Er steht über die lange Hürde vor der dritten Teilnahme an den höchsten nationalen Titelkämpfen.Auch Friederike Lehmann (U 18) unterbot mit einer Zeit von 66,08 s zum zweiten Mal nach 2013 die Norm für die Meisterschaft.
Unter den Gästen stachen mit besonderen Leistungen vor allem Justine Riemer (LC Cottbus/U 16) über 80 m Hürden, Nele Heinrich (SV Chemie Guben/U 18) über 400 m und Sebastian Strauss (Hohen Neuendorf/U 20) über 100 m heraus, die knapp an den DM-Normen vorbeiliefen.
Einen Saisonauftakt nach Maß legte auch die Frankfurterin Lea-Josefin Derling (W 14) hin. Sie gewann den Weitsprung mit persönlicher Bestleistung (4,72 m), den 100-m-Sprint (13,16 s) und wurde Zweite über 80 m Hürden (13,18 s).
Schon die jüngsten SC-Sportler kämpften erfolgreich um vordere Plätze. Sie absolvierten im Rahmen der Kinderleichtathletik einen Mehrkampf mit 30-m-Sprint, Stadioncross, Hochweitsprung und Schlagwurf. Auf dem obersten Siegertreppchen standen Ian Constantine Kehder (M 6) und Caspar Rost (M 7). Im traditionellen Mehrkampf der U 10 blieb der Verein medaillenlos.
Ab der Altersklasse U 12 wurden die Besten in den Einzeldisziplinen ermittelt. Wie bei anderen Wettkämpfen überzeugten die Jungen des Jahrgangs 2004. Sie stellten in ihrer Altersklasse alle Sieger: Wenzel König gewann den Ballwurf (38,50 m) sowie den Sprint (7,72 s). Friedhelm Weigelt ließ sich die Siege im Weitsprung (4,13 m) und Hochsprung (1,26 m) nicht nehmen. Aaron Bertel gewann deutlich die 800 m (2:46,82 min). Friedhelm und Wenzel sowie Jean-Paul Gawlitza gewannen weitere Medaillen.
Viel Potenzial steckt in Justin Rusko (M 11), der erst seit wenigen Wochen beim Sportclub trainiert und parallel noch Fußball spielt. Er gewann den Hochsprung (1,26 m) und den Sprint (7,84 s). Bis auf das oberste Treppchen kämpfte sich auch Frank Christoph (M 11/800m).
Für den SC Frankfurt, der in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen feiert, bedeutete der Wettkampf eine riesige Herausforderung. Denn der bisherige Teilnahmerekord von 330 Sportlern wurde jetzt auf etwa 410 Athleten aus 29 Vereinen katapultiert. Nach langer Pause reihten sich Sportler aus Slubice wieder ein und überzeugten mit vorderen Platzierungen.
"Mein Dank geht an alle, die den Erfolg erst ermöglichten: die Kampfrichter und Helfer, Imbissverkäufer und Kuchenbäcker, die Auf- und Abbauer, die Startlistenersteller und -auswerter, Mitarbeiter des Bauhofs der Stadt und des DRK. Wenn man sieht, mit welcher Selbstverständlichkeit die älteren Athleten mithelfen, obwohl sie selbst starten, und ehemalige FSJler mit viel Initiative immer noch dabei sind, dann sieht man, welchen Stellenwert der Vereinssport für die Erziehung hat", resümiert Karsten Bechly.