Schwer hatten es auch Bahnreisende, die ohnehin nur über den Ferdinandsberg zum Zug konnten. Doch auch dort war der Platz vor dem Bahnhof, auf dem sich die NPD-Demonstranten sammelten, nicht frei zugänglich.
An der dortigen Absperrung bat ein junger Mann aus Berlin um Hilfe. Er sei in der Ferdinandsstraße verprügelt worden, berichtete er den Polizisten, wie gestern von Polizeisprecher Peter Salender zu erfahren war. Von wem, habe er nicht gesagt. Er wurde mit einem Rettungswagen zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht. Salender zufolge ermittelt die Polizei jetzt von Amts wegen, um das Geschehen aufzuklären. "Wir müssen das ernstnehmen", sagt der Sprecher. Deshalb suche die Polizei jetzt auch Zeugen des Vorfalls.
Neonazis waren am Sonnabend vom Bahnhof über Neuberesinchen in die Leipziger Straße marschiert. Dort stoppte die Polizei den Zug in Höhe Cottbuser Straße. Gut 200 Meter weiter am Kießlinghaus waren Gegendemonstranten versammelt. Für die Polizei sei am wichtigsten, dass beide Seiten nicht aufeinandergetroffen sind, sagte Salender. Der Tag sei weitgehend friedlich verlaufen.
Dafür war ein Großaufgebot der Polizei im Einsatz. Mehr als 800 Kräfte seien in Frankfurt gewesen, berichtet Salender. Neben Brandenburger Polizisten waren es Beamte aus Schleswig-Holstein, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Berlin. Dazu kamen Einsatzkräfte der Bundespolizei. Zu den Einsatzkosten äußerte sich der Polizeisprecher nicht.
Zeugenhinweise nimmt die Polizei unter der Rufnummer 0335 55430 entgegen.