Seit gut einem Jahr ist die umgebaute Haltestelle am Markendorfer TeGeCe in Betrieb, hergerichtet für Straßenbahnen und Busse. Und dafür angelegt, dass der Überlandbus aus Müllrose seine Fahrgäste in die Bahn umsteigen lassen könnte. Praktisch fahren Bus und Bahn sozusagen nebeneinander her zum Bahnhof - und es kommt durchaus vor, dass der Überlandbus zurückfährt an die mit reichlich Platz ausgestattete Markendorfer Haltestelle, wo der Fahrer seine Pause macht, bevor er wieder Passagiere zur Rückfahrt nach Müllrose vom Frankfurter Bahnhof abholt.
Das sei weder ökonomisch noch ökologisch sinnvoll, heißt es bei der Stadtverkehrsgesellschaft. Nicht zuletzt, weil der Bus auch die Leipziger Straße durchfährt, die als eine der am stärksten abgasbelasteten Frankfurter Straßen gilt. "Da ist weiter die Politik am Zug", sagt Michael Ebermann, Geschäftsführer der Stadtverkehrsgesellschaft Frankfurt (Oder) (SVF). "Wir haben die Voraussetzungen zur Brechung des Verkehrs am Stadtrand geschaffen."
Der zuständige Beigeordnete Markus Derling (CDU) zweifelt nach eigenen Worten nicht daran, dass spätestens vom Jahr 2015 an Bus und Bahn nicht mehr nebeneinander herfahren. Bislang wehre sich der Landkreis Oder-Spree, unter dessen Regie die Überlandbusse fahren, noch dagegen und die Konzessionen würden noch bis 2015 gelten. "Wir versuchen, vorher eine Einigung zu erzielen. Das ist eine Frage der Abstimmung mit dem Landkreis", sagt Derling. Als Kompromiss schlägt er vor, zunächst die Busse für eine Übergangszeit zu ausgewählten Zeiten nur bis zum TeGeCe fahren zu lassen.
Nach SVF-Angaben haben im vergangenen Jahr knapp elf Millionen Fahrgäste die Angebote des Stadtverkehrs genutzt. Geschäftsführer Ebermann ist froh über eine konstante Fahrgast- bei abnehmender Einwohnerzahl. Fast jeder dritte Passagier nutzte demnach eine Zeitkarte zum Normaltarif, jeder vierte war Barzahler. Mit 18 Prozent war fast jeder Fünfte Nutzer von Bus und Bahn im Stadtgebiet Student. Die Angaben zur Tarifnutzung beruhen den Angaben zufolge auf einer statistischen Erhebung des Verkehrsverbundes. Der Kostendeckungsgrad liegt laut SVF inzwischen bei 62,8 Prozent und ist damit weiter gestiegen. 2010 waren es noch 61,3 Prozent. Der Zuschussbedarf - im Wesentlichen durch Quersubventionen aus Einnahmen der Stadtwerke innerhalb der Frankfurter Dienstleistungsholding (FDH) finanziert - lag im Vorjahr bei 5,4 Millionen Euro.
Höhere Kostendeckung strebe das Unternehmen ebenso an wie eine hohe Fahrgastzufriedenheit, sagt Ebermann. Dazu soll auch das Schienenpflegefahrzeug beitragen, das die SVF an diesem Sonnabend zum Tag des Fahrgastes in Dienst stellt und für das noch ein Name gesucht wird. Umgebaut aus einer Berliner Straßenbahn vom Typ T6, wird der Triebwagen künftig zum Schleifen und Schmieren Frankfurter Straßenbahnschienen eingesetzt - dass die Elektrische weniger quietscht, wie Hartmut Huwe, Technischer Leiter der SVF, ankündigt. Der gelb lackierte Triebwagen soll auch den Fahrdraht der Straßenbahn mit Frostschutzmittel versehen können, sodass Bahnen nicht mehr wie bisher hin und wieder stoppen müssen, weil der Draht vereist ist.