Das Thema Ukraine bleibt zweieinhalb Jahre nach den Maidan-Protesten und der Annexion der Krim durch Russland aktuell. Im Mittelpunkt des Sommerkurses an der Vidrina stehen daher Fragen wie: Wie blickt die Ukraine auf Europa nach den Maidan-Protesten? Wie werden gesamteuropäische Herausforderungen in dem Land bewertet?
Am Viadrinicum, so heißt die Sommerschule, nehmen Studierende und Promovierende aus 14 Ländern teil. Die Studenten und Akademiker haben Gelegenheit, ihre Ost-Europakenntnisse besonders bezüglich der ukrainischen Geschichte, Politik, Kultur und Sprache zu vertiefen. "Wir hatten in diesem Jahr 180 Bewerber. 30 konnten wir nur auswählen. Ich bin froh, dass sich im Teilnehmerfeld auch ein transnationaler Ansatz widerspiegelt", betont Stefan Henkel, der Organisator des Projektes an der Viadrina.
Die Beteiligten bringen Erfahrungen und Wissen unter anderem aus Südkorea, Russland, Kanada, Deutschland, Großbritannien und Georgien mit. Während der Sommerschule setzen sie sich in Seminaren mit den wiederkehrenden Revolutionen in der Ukraine und der damit verbundenen Hinwendung zu Europa und mit der Mythologie Europas außerhalb der Europäischen Union auseinander.
Nach einem dreistündigen ukrainischen Sprachkurs hielt am Montag der renommierte Wissenschaftler Prof. Mikhailo Minakov von der Universität Kiew-Mohyla-Akademie eine Vorlesung. Darin vermittelte er Einsichten in die "Geschichte verlorener Völker und die mittlerweile an Experimenten leidende Gesellschaft" aus der politischen und philosophischen Perspektive. "Ich war überzeugt, dass man die Erfahrung der ehemaligen Sowjetbevölkerung in Hinsicht auf die Ukraine durch die Revolutionsperiode von der Samtenen Revolution bis zur Orangenen Revolution besser erklären kann", betonte Prof. Minakov.
Bis 4. September finden Veranstaltungen der ukrainischen Sommerschule statt. Begleitet wird das Projekt von einem öffentlichen Rahmenprogramm in englischer Sprache. "Mittwochs um 18 Uhr finden im Dönhoff-Gebäude Podiumsdiskussionen statt, wo wir diskutieren werden: Was sind wirkliche Entwürfe für das andere Europa?", informiert Stefan Henkel.
An der Sommerschule nehmen Studierende aus 14 Ländern teil.