Frankfurt will sich um Landesgelder für die teilweise Erneuerung des Straßenbahn-Fuhrparks bemühen. Das geht aus dem Entwurf für den neuen Nahverkehrsplan hervor. Festgehalten werden soll an dem Ziel, dass Passagiere aus Überlandbussen am Stadtrand umsteigen.
Zunächst einmal gab es am Mittwochabend im Stadtentwicklungsausschuss reichlich Lob für den Stadtverkehr. Sie sei sehr zufrieden mit den Angeboten der Stadtverkehrsgestellschaft (SVF), sagte die Abgeordnete Renate Berthold (Bürgerbündnis). Anerkennende Worte fand auch Birgit Schmieder (Linke), die die Leistung der SVF an den verschneiten Weihnachtsfeiertagen 2010 hervorhob. Dass Frankfurts öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) auch von anderen Nutzern gute Noten erhält, geht aus der Fahrgastumfrage hervor, die im Entwurf für den Nahverkehrsplan 2012 bis 2016 zitiert wird. Über das Papier soll in der Dezember-Sitzung der Stadtverordnetenversammlung abgestimmt werden.
Ein wichtiges Anliegen ist der SVF demnach nach wie vor, dass Fahrgäste aus oder in Richtung Müllrose in Markendorf in Stadtbus oder Straßenbahn umsteigen. Die Haltestelle am TeGeCe ist auch aus diesem Grund mit Millionenaufwand modernisiert worden, bislang haben Gespräche mit dem Landkreis Oder-Spree aber noch kein Ergebnis gebracht. Es gehe dabei nicht zuletzt um Geldersparnis, sagte Projektmanager Andreas Rein bei der Vorstellung des Papiers. „Jeder Kilometer, den die Beeskower Busse in Frankfurter Gebiet fahren, kostet etwas für die Stadt.“ Bei der SVF heißt es zudem, mit dem Abbau von Parallelverkehren lasse sich die Feinstaubbelastung senken, die etwa in Teilen der vielbefahrenen Leipziger Straße als besonders hoch gilt.
Neben der weiteren Modernisierung von Haltestellen plant die SVF dem Konzept zufolge auch eine teilweise Erneuerung des Fuhrparks. Ab 2014 sollen demnach nach und nach neue Busse angeschafft werden. Bei den Straßenbahnen will die Stadtverkehrsgesellschaft von 2015 an jene ersetzen, die nicht behindertengerecht sind.
In der Ausschuss-Debatte entspann sich eine Diskussion um die Berücksichtigung des grenzüberschreitenden ÖPNV. Befürchtete Renate Berthold eine Etablierung einer Straßenbahnlinie durch die Hintertür, sah Jörg Gleisenstein (Bündnis 90/Grüne) das Vorhaben nicht konkret genug berücksichtigt. Für den Beigeordneten Markus Derling (CDU) war die konträre Bewertung ein Hinweis darauf, dass die Stadt mit der Formulierung wohl nicht falsch liegt. Er sprach von einem „Dilemma“, weil es keine klaren neuen Mehrheiten zum Projekt geben könne, solange die Rahmenbedingungen nicht klar seien. Erst dann halte er Diskussion und Beschlussfassung für sinnvoll. Dorothea Schiefer (SPD) sprach sich dafür aus, die Passagen zum grenzüberschreitenden Nahverkehr so stehen zu lassen, wie jetzt formuliert. „Das ist auch ein klares Signal nach Polen.“