Ich finde die ganzen Plaste-Verpackungen unmöglich", sagt Margarita Engfer. Eine bessere Alternative seien beispielsweise Papiertüten. Die 66-Jährige kauft stets mit Stoffbeuteln ein – wie am Mittwoch im Rewe am Hansaplatz. Der "Tag der Umwelt" wird seit 1972 Anfang Juni international begangen. Deswegen hörte sich die MOZ um, ob die Frankfurter statt der Einwegbeutel auch ihr Gemüse in Netzstoff-Beutel einpacken. Bananen, Möhren und Zitronen haben eine robuste Schale, die sie auch beim Transport schützt. Doch bei weichen Tomaten oder Erdbeeren wird es bereits schwieriger. Und bei Haltbarkeit, Design und der Lagerung der Waren ist Kunststoff flexibel einsetzbar.
So beherrschen Plastikverpackungen den Inhalt der Regale in Supermärkten. "Davon halte ich nicht viel", meint Philipp Trauer – und hat gerade eine Packung Frikadellen in der Hand. Natürlich aus Plastik. Leider gebe es meistens keine Alternative. Trotzdem versuche er weitestgehend das universelle Kunstprodukt zu meiden, zum Beispiel Obst und Gemüse nicht extra einzupacken.
"Ich hoffe, dass andere Supermärkte auch weniger Plastikbeutel rausgeben", sagt Albert Schneide-Windt. Der Rentner kauft mit alten DDR-Beuteln ein. Den hohen Plastikverbrauch sehe man ja auch an den Mülltonnen – daheim stehe neben vier mit gelben Deckel nur eine für Papier.
Laut dem Frankfurter Umweltamt stieg innerhalb von zwei Jahren die Abfallart "Verpackungen aus Kunststoff/ Leichtverpackungen" um einiges an. Waren es 2016 noch 2423 Tonnen, so wurden vergangenes Jahr  2610 Tonnen entsorgt. 3273 Tonnen Papier schmissen die Frankfurter 2018 weg und 8559 Tonnen Restmüll. Bei letzterem nahm die Menge sogar ab.
"Die Wirtschaft muss mehr Alternativen bieten", sagt Albert Schneide-Windt. Irgendwie werde es "immer schlimmer", findet auch Jérôme Riese. Neben den extra eingepackten Tomaten und Apfelsinen fallen dem 30-Jährigen auch die "überdimensionierten" Kartons bei Internet-Bestellungen auf. "Gerade bei Kinderspielzeug ist das auffällig", sagt er.
Ja, zu Hause türmen sich die Plastik-Berge, aber jeden Apfel einzeln einzupacken, sei auch sehr aufwendig. Auf die Widersprüchlichkeit von Plastik macht Jana Lehmpfuhl aufmerksam. Und ob sie ihre Wurst beim Fleischer teurer einkaufe oder abgepackt im Kühlregal, sei auch eine finanzielle Frage. "Da ist letzteres oft günstiger." Deswegen kaufe sie die frische Ware meistens in Słubice ein.
"Für einen Tag finde ich so eine Aktion wenig sinnvoll", erklärt Karsten Borngräber. Besser sei es die extra Plastiktüten ganz wegzulassen. Denn was in den Meeren an Bergen von Kunststoff rumschwimme, sei unverantwortlich. Oft hapere es an der konsequenten Umsetzung. "Früher bin ich mit meinem Einkaufsnetz durch die Gegend gelaufen", erzählt der 50-Jährige – klein, praktisch und langlebig. Es komme ja langsam wieder in Mode.
Zur Vermeidung von Plastik-Müll empfiehlt das Umweltamt: Verwendung von Mehrwegprodukten anstelle von Einwegprodukten; Mehrweggeschirr statt Einweggeschirr bei Partys, Grillen oder Picknicks; weniger To-Go-Produkte kaufen; Seife im Stück verwenden anstelle eines Seifenspenders aus Kunststoff.