Eine Händlerin, die in Zeiten der Pandemie neue Wege zu Kunden sucht – über soziale Medien, über eine Website, die bislang nicht dringend notwendig war? Ein kleiner Laden, der sich in Krisenzeiten strategisch neu ausrichten muss? Vielleicht wäre das ein Fall für die Viadrina Consulting Group (VCG), die studentische Unternehmensberatung der Europa-Universität.

Unterstützung, etwa beim digitalen Wandel

Dafür werben Katinka West, derzeit Vorsitzende und Akquise-Verantwortliche der VCG, und ihr Mitstreiter Christian Betz, der sich als IT-Spezialist der VCG vorstellt und auch schon im Vorstand des Vereins aktiv war. Beide studieren Internationale Betriebswirtschaftslehre, ihre Initiative vereint jedoch Studierende aller drei Fakultäten, die aus sieben Ländern stammen und zehn Sprachen beherrschen – Vorzüge, die die studentischen Beraterinnen und Berater, von denen die meisten derzeit Aktiven in Frankfurt wohnen, gerne mehr für lokale Unternehmen aus Frankfurt, Słubice und Umgebung einsetzen wollen. Besonders beim digitalen Wandel, stellen sich die Studierenden vor, könnten sie Geschäftsleute in der Stadt unterstützen – Websites bauen, Marketing über Social Media vorantreiben. Das sei das großes Thema, wie die Studierenden von Unternehmensverbänden wissen. „Unsere Stärke ist Flexibilität. Wir arbeiten uns in alles ein. Wir können auch Aufträge annehmen, die wir vorher nie gemacht haben“, unterstreicht Katinka West.

Im Angebot: Flexibilität und Erfahrungen

Es gibt auch einen Erfahrungsschatz, aus dem die Studierenden schöpfen und den sie bei ihren regelmäßigen Jour Fixe genannten Treffen und Schulungen vermehren und erweitern. Das letzte größere Projekt, bei dem zum Beispiel Christian Betz mitwirkte, war die Inventur für die neue Autobahn GmbH des Bundes. Betz war mit in Brandenburg unterwegs, um die Güter des bisherigen Landesbetriebs zu erfassen. „Aus meinem Studium hat dabei externes Rechnungswesen sehr geholfen“, sagt er. Häufig aktiv ist die VCG im Bereich EU-Fundraising, für die der Verein zum Beispiel Fördermittelbedarfe in Polen recherchiert. Im Einsatz war die VCG schon für sehr unterschiedliche Kunden, für den Tankstellenkonzern Total ebenso wie für die Caritas. In Vorbereitung ist derzeit ein Projekt mit einem französischen Möbelbauer.

Projekt mit Stadtwerken geplatzt

Mit lokalen Betrieben hatte die studentische Unternehmensberatung bereits zu tun. Einer Słubicer Nähwerkstatt halfen VCG-Mitglieder bei der Buchführung. Und im vergangenen Jahr war eigentlich ein Projekt mit den Frankfurter Stadtwerken geplant. Das jedoch musste mit Hereinbrechen der Coronakrise auf Eis gelegt werden.
Der Clou am Modell studentische Unternehmensberatung: Studierende sammeln Erfahrungen und verdienen sich etwas Geld hinzu, Unternehmen und Geschäftsleute hingegen sparen Geld. Die Preise für die Dienstleistungen der VCG sind verhandelbar, doch zur Orientierung kann man sich merken: 50 Prozent vom unteren Preisbereich dessen, was in der Branche üblich ist, nehme die VCG, lassen Katinka West und Christian Betz wissen. „Wir haben natürlich auch schon pro bono unterstützt, etwa gemeinnützige Projekte“, sagt Christian Betz, der der städtischen Coronahilfe-Initiative „FF-Hilft“ mit IT-Support half.
Katinka West kümmert sich vor allem um Internes: Workshops organisieren, Netzwerke pflegen. Durch Corona musste das Vereinsleben im Digitalen neu erfunden werden – nicht unbedingt zum Nachteil, findet sie. Ehemalige, inzwischen in der Welt verstreute Mitglieder sind durch Onlinetreffen wieder näher zur Viadrina Consulting Group gerückt.