"Ihr seid ja eine ganz schöne Rasselbande", sagt Kinderkommissar Nils, als er am Freitagvormittag vor der ersten Klasse der Grundschule in Neuberesinchen steht. Nils ist die Handpuppe in Polizeiuniform von Liane Scheller, die sich bei der Polizeiinspektion um das Thema Prävention kümmert. Heute zeigt sie den Kindern, wie man Unfälle im Bus oder der Straßenbahn vermeidet.
Denn gerade Rasselbanden neigen dazu, an Bus- oder Tramhaltestellen herumzutoben. Auch in den Fahrzeugen selbst hält es sie selten auf dem Sitz. Das aber kann gefährlich enden, warnt Kinderkommissar Nils, beziehungsweise Liane Scheller. Wichtige Regeln lauten daher unter anderem: morgens entspannt zur Haltestelle laufen, ungefähr einen Meter vom Bordstein entfernt stehen bleiben und die Mappe vor die Füße stellen. "Wenn der Bus kommt und die Tür sich öffnet, steigen wir vorne ein, grüßen freundlich und zeigen den Fahrausweis", erklärt Liane Scheller, und fragt, warum man denn während der Fahrt ruhig sitzen bleiben und nicht zu laut sein sollte? Einer der Jungen weiß es genau: "Sonst kann sich der Busfahrer nicht konzentrieren und fährt woanders hin."
Die Busschule geht auf eine Initiative der Unfallkasse Brandenburg zurück. In Frankfurt sind neben der Abteilung Prävention der Polizeiinspektion außerdem das Schulverwaltungsamt und die Stadtverkehrsgesellschaft an dem Projekt beteiligt. In den vergangenen zwei Wochen haben in Frankfurt fast alle ersten Klassen an der Busschule teilgenommen und dabei auch Informationsbroschüren für die Eltern mit nach Hause bekommen. "Ein sicherer Schulweg ist Elternsache. Vor allem sie müssen das mit den Kindern trainieren", sagt Christine Stöwe, die für die Stadt die Aktion seit Jahren begleitet.
Die Busschule sei vor allem als unterstützendes Angebot gedacht, mit dem die Selbstständigkeit der Erstklässler gefördert und auf denkbare Gefahren vor und während der Fahrt mit den Öffentlichen aufmerksam gemacht werden soll, erläutert Liane Scheller. "Bei den Kindern kommt das gut an und sie merken sich erstaunlich viel." Auch für Vorschulgruppen bietet sie das Training inzwischen an.
"Tatsächlich sind die Unfallzahlen beim Schülertransport in Brandenburg in den vergangenen Jahren nach unten gegangen", erzählt Ronny Borkelt, Fahrmeister bei der Stadtverkehrsgesellschaft. Er übernimmt gemeinsam mit seinem Kollegen Torsten Kaul an diesem Freitag den praktischen Teil der Busschule. Sie holen die Kinder mit der Straßenbahn ab, fahren mit ihnen einmal zum SVF-Betriebshof und wieder zurück. Auch Ronny Borkelt hat eine Puppe dabei, sie heißt Paulchen und macht leider ziemlich viel Quatsch. Paulchen bleibt in der Eingangstür der Straßenbahn stehen, isst Pommes und Eiscreme während der Fahrt und hält sich beim Stehen im Gang nicht gut fest - obwohl es immer wieder passiert, dass der Fahrer plötzlich bremsen muss. "Dabei kann man sich ganz schön wehtun", meint Ronny Borkelt, ehe die Straßenbahn wieder vor der Schule Halt macht und die Kinder der Reihe nach aussteigen. Vorher schauen sie natürlich vorbildlich nach rechts und links, um nicht mit Radfahrern oder Fußgängern zusammenzustoßen - so wie sie es von Nils, Paulchen und Co. gelernt haben.
Polizei und Stadtverkehrsgesellschaft erklären Erstklässlern das richtige Verhalten in Bus und Bahn.