"Photosophie" nennt er seine Art zu fotografieren. Ein Blick auf die immer zum Paar angeordneten Fotografien macht deutlich: Hier geht es nicht um Landschaften oder herausgehobene Ereignisse. Minakov will den Zustand einer Gesellschaft mit den Fotos beschreiben. Alte und neue Religiosität in postsowjetischen Gesellschaften, der Umgang mit verfallenen Stadtlandschaften, das Verhältnis von Zentrum und Peripherie. "Ich finde Schönheit in alldem", sagt er. Auf Frankfurt bezogen kann er sich an den Jugendstil-Villen genauso erfreuen, wie am Oderturm. "Wenn wir das schon so hingestellt haben, dann müssen wir auch damit umgehen", ist er überzeugt.
Das Fotografieren hat er begonnen, als er während eines Stipendiums in Harvard einen Fotografie-Professor traf und bei ihm eine Vorlesung im "Sehen" besuchte. "Seitdem benutze ich die Fotografie auch als Sprache der Philosophie." Es ist ein neue Richtung in einem auch davor schon bewegten Leben. In der Sowjetunion hatte er Medizin studiert, musste nur zufällig nicht mehr als Arzt in den Afghanistan-Krieg. Anfang der 90er-Jahre studierte er als einer der ersten in der Ukraine bei amerikanischen und deutschen Professoren Philosophie. Seitdem hat er neben seinem Lehrauftrag in Kiew immer wieder auch Lehraufträge an ausländischen Universitäten. Sein Thema ist die Entwicklung von Ideologien. "Das, was in Russland und der Ukraine passiert, ist ein Testlabor für Westeuropa und die USA" fürchtet er.
Eröffnung der Ausstellung heute um 16 Uhr in der ersten Etage des Gräfin-Dönhoff-Gebäudes. Zur Vernissage diskutiert der Künstler mit Politikwissenschaftler Timm Beichelt, Denkmalkundler Paul Zalewski und Viadrina-Präsident Alexander Wöll, (Raum 102). Die Schau läuft bis zum 31. Januar.