Sonnabend-Vormittag hatte das Konrad-Wachsmann-Oberstufenzentrum zum Tag der offenen Tür eingeladen. Zahlreiche junge Interessenten kamen. Sie brachten größtenteils auch ihre Eltern oder Freunde mit.
Beeindruckend. Das ist das richtige Wort, wenn man das komplette Bildungsangebot des Konrad-Wachsmann-Oberstufenzentrums in einen einzigen Begriff packen will. Ähnliches empfand auch Andreas Zuber, der am Sonnabend mit Tochter Maxi auf dem Campus zwischen Potsdamer und Beeskower Straße unterwegs war. Die 16-Jährige Maxi möchte ihr Wirtschafts-Abitur unbedingt an dieser Schule ablegen. „Das Oberstufenzentrum ist sehr interessant. Und überraschend groß“, zog Andreas Zuber eine erste Bilanz. Er habe „ein gutes Bauchgefühl“ für den weiteren Bildungsweg seiner Tochter hier am OSZ.
Bestätigen konnte das Jenny Sonnwald. Sie arbeitete am Tag der offenen Tür als Schülerlotsin. Für sie sei es kein Nachteil, dass die Schule so groß ist. Im Gegenteil. „Wenn mal Räume belegt sind, findet sich schnell ein anderer. So gibt es keinen Ausfall.“ Außerdem könne man das Abitur am OSZ immer noch in drei Jahren bauen. Für sie wäre das ein entscheidendes Kriterium, da sie schon eine Ausbildung hinter sich gebracht hat.
Im OSZ werden 2500 Schüler von 140 Lehrern in vier Gebäuden „beschult“, erzählte Reinhold Dräger. Er ist Abteilungsleiter für Wirtschaft und Verwaltungsberufe. Die fünf verschiedenen Abteilungen seien sozusagen Schulen in der Schule, versuchte er die Übersicht herzustellen. Nicht ohne Stolz berichtete er von einem Kontrollbesuch, den das Bildungsministerium kürzlich durchgeführt hatte. Die Visite war unangemeldet. „Eine Woche lang wurden unsere Schüler befragt und der Unterricht verfolgt. Als Ergebnis gab es eine glatte 3.“ Die 4 wäre das bestmögliche Ergebnis. „Für eine Schule unserer Größe wirklich ein schönes Ergebnis“, freute sich Dräger. Man pflege hier ein gutes Verhältnis zwischen Lehrern, Schülern und Eltern, fügte der Ausbilder an. Wie zum Beweis kamen zwei ehemalige Schüler des Weges und begrüßten den Abteilungsleiter freundlich.
Auch bei den Köchen herrscht ein angenehmer Umgangston. Kein Geschrei in der Küche, wie man es aus dem Fernsehen kennt. Ernährung und Hauswirtschaft - so der Oberbegriff für diesen Ausbildungszweig. Lehrer Jörg Pöthkow findet den Namen seiner Abteilung etwas sperrig. „Hauptsächlich bilden wir hier Gastronomieberufe aus“, fasste er kurz zusammen. Die Gäste waren am Sonnabend eingeladen, zu schauen und zu kosten.
Die Küche lässt im OSZ ausstattungsmäßig keine Wünsche offen. Einer internationalen Karriere steht nichts im Weg. Auch dank des regelmäßigen Austauschs mit einer französischen Gastronomie-Schule. Beate Hoyer erzählte, dass jetzt elf Franzosen in Frankfurt erwartet werden. „Eine Woche lang wird gemeinsamen gekocht und die Sprache geübt. Im Gegenzug fahren unsere Schüler dann nach Frankreich“, erzählte die Lehrerin. Wer daran teilnahm, bekommt für eventuell spätere Bewerbungen einen Europass.