Das Projekt eines Ingenieurbüros aus Großpolen sieht eine quadratische Stahlbetonkonstruktion von 30 Metern Höhe vor, gekrönt von einer gläsernen Kuppel. Nach oben führen Treppen sowie ein Fahrstuhl.  Oben soll eine Aussichtsplattform den Blick aufs Odertal  ermöglichen, darüber soll unter dem Kuppeldach eine Ausstellungsfläche entstehen. Im Umfeld des Turms sind Bänke, Picknicklauben und ein Spielplatz geplant. Auch eine Kletterwand außen am Turm steht in dem Dokument. "Das ist ein Eingangsentwurf. Bei der Umsetzung kann es noch Abweichungen geben", sagt Mariusz Olejniczak. Die Stadt hat nun die Bauausführung ausgeschrieben. Bis Ende Oktober sollen Firmen Angebote einreichen.
Dann schlägt wieder die Stunde der Wahrheit. Werden die einst vorgesehenen 4,9 Millionen Złoty reichen? Hört man sich in Słubice um und verfolgt Kommentare in Online-Foren, scheint daran niemand zu glauben. "30 Meter Höhe für 1 Million Euro? Wohl ein Witz", schreibt ein Nutzer. Viele zweifeln auch am touristischen Sinn des Turms. Bereits frühere Entwürfe überstiegen die vorgesehene Summe deutlich, der Vorgängerentwurf veranschlagte über 12 Millionen Złoty. Baukosten stiegen in den vergangenen Jahren in Polen stark an. Olejniczak sagt, er wäre notfalls bereit, etwas mehr Geld aus der städtischen Kasse draufzulegen. Er will seine Pflicht erfüllen. "Wir bauen diesen Turm, weil es um unser Image und unsere Verlässlichkeit als Partner geht. Wir haben schließlich einen Vertrag zu diesem Projekt unterschrieben", sagt Olejniczak. Bei Nichterfüllung fürchtet er Chancen auf künftige EU-Gelder zu verspielen. Vom Turmbau hängt zudem ab, ob Frankfurt Mittel zur Beleuchtung der Stadtbrücke erhält. Beide Vorhaben sind Teil des gemeinsamen Interreg-Projekts, das bereits beendet sein sollte. Bis Mai 2021 erhielt Olejniczak nun Aufschub. Das Projekt nah des großen Basars neben dem Stadion ist inspiriert vom dort 1945 gesprengten Kleistturm, der einst beliebter Ausflugsort der Frankfurter war.