„Nicht unbedingt sexy“ sei die Verlegung der Transvocale aufs Messegelände in Frankfurt (Oder), sagt Thomas Strauch. Aber wenigstens, so der Mitorganisator des deutsch-polnischen Weltmusikfestivals, biete das die Möglichkeit, sie überhaupt zu veranstalten. Denn, wie sonst, verschiedene Spielorte im Kleist Forum zu nutzen, ist unter den aktuellen Einschränkungen nicht möglich. Dass das Festival vom 19. bis 21. November trotzdem stattfindet, hätten er und die anderen Organisatoren aber schon im Juni entschieden.

Verschiedene Bands angefragt

Wie das genau aussehen wird, kann Strauch noch nicht sagen. Aktuell sei der Planungsstand so, wie er unter normalen Bedingungen schon im Juni wäre, erzählt er. Verschiedene Bands wurden angefragt, einiges sei festgezurrt, aber Verträge noch nicht unterschrieben. Weil man nicht tanzen darf, muss zum Beispiel überlegt werden, ob es Sinn macht, eine Balkan Brass Tanzband einzubestellen, die sonst im Foyer des Kleist Forum zum Tanzen einladen würde, „oder ob eine Band besser ist, bei der man nur mitwippt“, erklärt der Organisator.

Wer krank ist, solle zu Hause bleiben, so die Organisatoren

Ein Drittel der Stimmung nimmt das Tanzen bei der Transvocale ein, schätzt Thomas Strauch. Aber abgesehen von den Tanzkonzerten im Foyer sei der überwiegende Teil der Konzerte auch in den Vorjahren ohnehin zum Sitzen gewesen: Nur vier der fast 20 Konzerte waren keine Sitzkonzerte. Und wenn in diesem Jahr doch mal drei Leute tanzen wollen, lasse sich eine Ecke finden, in der sie keinen stören oder anstecken können. „Wir bitten aber alle Leute, die krank sind, zu Hause zu bleiben, sich auszukurieren und erst nächstes Jahr wiederzukommen.“
Hätten wir ein normales Jahr, wäre jetzt, zweieinhalb Monate vor dem Festival, alles „in Sack und Tüten“. In zwei Wochen würde das Programm der Transvocale in den Druck gehen. „Das ist jetzt hochgradig unwahrscheinlich“, sagt Thomas Strauch lachend. Mit dem üblichen Zeitplan hinke man durch Corona und all die Unsicherheiten hinterher.
Kommende Woche gibt es einen Vor-Ort-Termin in den Messehallen. Sobald die Bands unterschrieben haben, werden das Programm stehen und der Kartenverkauf starten. Üblicherweise kosten die Karten 23 Euro für einen Abend und 45 Euro für das ganze Festival. Da aber die Einmietung ins Messegelände mehr kostet, werden wohl auch die Kartenpreise in diesem Jahr steigen. „Wir versuchen aber, das moderat zu gestalten“, so Strauch.

Bei der Location Smok in Słubice wird es wohl bleiben

Das Festival ist deutsch-polnisch – wie der Teil auf polnischer Seite abläuft, ist ebenfalls noch nicht ganz klar. Das Smok hat den einzigen großen Saal, den man sich vorstellen könne. Denn die große Aula im Collegium Polonicum, die vor zwei Jahren brannte, ist noch nicht wieder benutzbar. Und eine Sporthalle hätte nicht die nötige Atmosphäre, so Strauch. Im Smok werden dann eher Clubkonzerte, also in kleinerem Rahmen, gespielt.
Normalerweise gibt es bei der Transvocale sieben Bühnen: im Collegium Polonicum, zwei im Smok und vier im Kleist Forum. Wie das auf die Messehallen übertragen werden kann, schaue man beim Vor-Ort-Termin. „Es gibt ja nicht nur Messehalle 1, sondern auch 3 und 4 und die Zwischenräume“, erklärt Thomas Strauch. „Wir versuchen, mit den Hallen zu spielen.“